Raubüberfall in Troisdorf Geld und Waffen erbeutet
Troisdorf - Bei einem Überfall auf eine Geldtransportfirma in Troisdorf bei Bonn haben unbekannte Täter am Samstag angeblich mehrere hunderttausend Mark erbeutet. Wie die Polizei berichtete, zwangen am frühen Morgen vier bewaffnete Männer einen 48 Jahre alten Angestellten, die Tresore zu öffnen und das Geld sowie 14 scharfe Schusswaffen herauszugeben. Der Angestellte, dem ein Sack über den Kopf gestülpt worden war, wurde von den Unbekannten in einem Kleinlaster mitgenommen und nahe Gütersloh unverletzt freigelassen.
Zum Zeitpunkt des Überfalls war der 48-Jährige nach Angaben der Polizei allein auf dem Gelände des Unternehmens. Die Erkenntnisse der Behörden zum Hergang des Überfalls beruhten zunächst allein auf den Schilderungen des Opfers. "Wir haben bisher aber keinen Zweifel an seiner Darstellung", meinte ein Polizeisprecher. Der 48-Jährige war nach eigenen Angaben von den Tätern gegen 8.20 Uhr in einem Wald bei Gütersloh freigelassen worden. Von einem Wohnhaus aus alarmierte er die Polizei.
Einen Zusammenhang mit der Demonstration des rechtsgerichteten "Bündnis für Deutschland" im benachbarten Siegburg schloss ein Polizeisprecher ausdrücklich aus. Dass durch die Demonstration Polizeikräfte im Raum Siegburg gebunden sein würden, sei zwar im Vorfeld bekannt gewesen, aber das habe den Polizeidienst in den benachbarten Gemeinden nicht beeinträchtigt. "Zudem müssen wir davon ausgehen, dass der Überfall vor sechs Uhr am Morgen geschah, wenn man von einer plausiblen Fahrzeit von zwei bis zweieinhalb Stunden von Troisdorf bis Gütersloh ausgeht". Die Konzentration von Polizeikräften im Raum Siegburg habe erst deutlich später begonnen.
Dass bei solchen Überfällen auch Waffen erbeutet würden, bezeichnet der Polizeisprecher ebenfalls als "nicht ungewöhnlich". Die Waffen seien aber registriert und somit "heiße Ware". Zur genauen Summe, die von der Bande erbeutet wurde, gibt die Polizei bisher keine Auskunft: "Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass es sich um die genannte Summe von mehreren hundertausend Mark handelt." Es gehe allerdings um einen "substanziellen Betrag".