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Acht Jahrzehnte ist es her, dass Soldaten der polnischen Heimatarmee im Zweiten Weltkrieg gegen die nationalsozialistischen Besatzer zu den Waffen griffen. Am Jahrestag wird des heldenhaften Warschauer Aufstands mit Versammlungen und rauchenden Signalfackeln gedacht, in Deutschland ist das historische Datum dagegen nur wenigen bekannt. Rund zwei Monate lang kämpften die im Untergrund organisierten Widerständischen als Stadtguerilla und fügten den militärisch überlegenen Deutschen dabei hohe Verluste zu – die erhoffte Hilfe von den Sowjettruppen blieb aus.
Die Nazis vergalten den Aufstand mit Massakern an der Zivilbevölkerung, verwandelten weite Teile Warschaus in eine Trümmerwüste und schlugen die Erhebung schließlich nieder. Schätzungen zufolge wurden rund 200.000 Zivilisten während des Aufstands getötet, in einigen Vierteln erschossen die Deutschen binnen weniger Tage Zehntausende. Kein deutscher Befehlshaber wurde je für die in Warschau begangenen Kriegsverbrechen juristisch belangt, der SS-Kommandant Heinz Reinefahrt wurde nach dem Krieg gar Abgeordneter in Schleswig-Holstein und Bürgermeister auf Sylt. In diesem Jahr reist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Warschau. »Ich bitte, gerade heute und gerade hier, um Vergebung«, sagt das Staatsoberhaupt in einer Rede.