Reality-Show-Experiment "Famous in 12" in Hollywood gescheitert - DER SPIEGEL
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Reality-Shows in den USA: Vom Niemand zum Star

Foto: Larry Busacca / Getty Images

Reality-Show-Flop in den USA Das Hollywood-Experiment

Talent oder nicht - prominent werden kann jeder, der genug Kameras in sein Leben lässt. So die Annahme der Macher einer Reality-Show in den USA, die genau das beweisen wollten. Doch so einfach scheint es nicht zu sein.
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Los Angeles - Man kennt sie ja. Diese Promis, bei denen sich eigentlich niemand mehr genau daran erinnern kann, wodurch sie berühmt geworden sind. Wenn es also nicht auf echtes Talent ankommt, dann liegt die Annahme nahe, dass jeder bekannt werden kann. Das zu beweisen war die Idee hinter der US-Reality-Show "Famous in 12" ("Berühmt in zwölf Wochen").

Eine gesamte Großfamilie holten die Macher für ihr "ultimatives Hollywood-Experiment" nach Los Angeles, animierten sie zu aufmerksamkeitsheischenden Aktionen und verfütterten ihr Leben als Reality-Show an die Zuschauer. Denen hat es offenbar nicht geschmeckt. Als in der vergangenen Episode das Aus verkündet wurde, hat nur eine halbe Million Menschen zugesehen, für US-Verhältnisse zu wenig.

Tausende wollten am Experiment teilnehmen

Das Experiment ist also offiziell gescheitert. Nur fünf Episoden der Reality-Show wurden ausgestrahlt. Geplant waren ursprünglich zwölf. An deren Ende wollten die Teilnehmer Jameelah, Maariyah, Taliah (jung, weiblich, gutaussehend und regelmäßig nur spärlich bekleidet), Angie und Mike (die dynamischen Eltern), Lina (eigenen Angaben zufolge die beste Oma im ganzen Wilden Westen), Mike Jr., Aaminah, Dove und Jordan (die ins Kindchenschema passenden Jüngsten) prominent sein.

Die Artiagas haben sich wie 10.000 andere Familien, das berichtet die US-Nachrichtenplattform WNCT , mit einem Bewerbungsvideo um die Teilnahme am Experiment beworben. Ob Model, Sängerin, Tänzerin, Schriftstellerin oder DJ - bei der Präsentation der zahlreichen Talente der Familie aus dem kalifornischen Beaumont gaben die Fernsehproduzenten sich stets unbescheiden.

Eine Berater-Taskforce im Hintergrund

Den Weg zum Ruhm begleitete im Hintergrund eine Berater-Taskforce. Die entwarf zum Beispiel mit ihrer "fame campaign" ein Konzept, wie die Artiagas über die sozialen Netzwerke bekannt werden könnten. Ratschläge sahen etwa so aus: "Famous in 12"-Vater Mike sollte der Limousine von Hillary Clinton hinterherjagen und sie mit einem Banner davon überzeugen, auf Twitter Werbung für ihn zu machen. "Hey, ich glaub sie hat's gesehen. Sie hat's gesehen und gelacht", erzählte er danach vor der Kamera. Bei der ebenfalls ausgestrahlten Besprechung der Aktion war sich die Taskforce des Erfolgs wie immer nicht so sicher. Dafür hatte sie umso mehr Spaß: "Das war dann wohl ein Reinfall!"

Das Ende der Serie wurde nicht etwa unter den Tisch gekehrt. Schon bevor das Aus bekanntgegeben wurde, hatte man die Familie auf Sendung gewarnt: "Ihr müsst jetzt etwas tun, sonst werdet ihr schneller nach Beaumont zurückfahren als geplant." Produzent Harvey Levin bezeichnete "Famous in 12", ebenso wie "America's Next Topmodel" auf dem Sender The CW ausgestrahlt, von Anfang an als "soziales Experiment".

Die Plattform "Digital Journal" zitiert Internetmarketingexperten , die vom Erfolg des Experiments überzeugt waren und sich deshalb umso mehr wundern, dass die Produzenten keine größeren Internetkampagnen starteten.

Für die Artiagas ist der Hollywood-Traum jedenfalls erst einmal zu Ende. Sie kehrten bereits nach Beaumont zurück. Und ein bisschen berühmter hat das Aus der Serie sie ja doch gemacht.

vez