Rebellen drohen: Wir köpfen die Geisel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Rebellen drohen Wir köpfen die Geisel

Die Rebellen auf der philippinischen Insel Jolo haben damit gedroht, die amerikanische Geisel Jeffrey Schilling zu enthaupten. Doch die USA schließen jeden Handel mit den moslemischen Kidnappern aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zamboanga - Die philippinische Regierung sagte den USA zu, sich für die Freilassung Jeffrey Schillings einzusetzen. Der 24-Jährige ist seit Montag in der Gewalt der Rebellen, die zudem auf der Insel Jolo den Deutschen Marc Wallert und sechs weitere Geiseln festhalten.

Die US-Regierung forderte die bedingungslose Freilassung Schillings. Zugleich schloss ein Sprecher jeden Handel mit der Rebellengruppe Abu Sayyaf aus. Die US-Regierung verhandele generell nicht mit Terroristen, und die Abu Sayyaf sei eine terroristische Gruppierung, sagte er. Ein philippinischer Sprecher sagte, selbstverständlich werde die Regierung für die Freilassung Schillings verhandeln. Der aus Oakland in Kalifornien stammende Mann lebt seit März auf den Philippinen und ist zum Islam übergetreten. Nach Angaben seiner philippinischen Frau war das Paar freiwillig aus Zamboanga auf die Insel Jolo gereist. Ihr Mann sei dann von den Rebellen festgehalten worden.

Der Rebellensprecher sagte, seine Gruppe sei zu Verhandlungen bereit und hoffe auf ein gutes Ergebnis. Allerdings dürfe Präsident Joseph Estrada die Gruppe nicht einschüchtern. Zuvor hatte ein anderer Rebellensprecher für Ende der Woche genaue Forderungen angekündigt. Auf jeden Fall wollten die Rebellen aber die Freilassung von drei in den USA inhaftierten islamischen Fundamentalisten erreichen. Diese sitzen wegen des Bombenanschlags auf das World Trade Center in New York vor sieben Jahren im Gefängnis.

Der philippinische Chefunterhändler Robert Aventajado sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Schilling werde von einer Abu-Sayyaf-Gruppe um Radulan Sahiron festgehalten, die übrigen Geiseln jedoch von Kommandant "Robot". Deshalb werde die Entführung des Amerikaners die Verhandlungen für die Freilassung der übrigen Geiseln wohl nicht behindern, sagte er.

Mehr lesen über