Reemtsma-Entführer: Drach wittert Verschwörung - DER SPIEGEL
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Reemtsma-Entführer Drach wittert Verschwörung

Thomas Drach, der für die Entführung des Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma zu knapp 15 Jahren Haft verurteilt wurde, steht erneut vor Gericht. Der Vorwurf: Widerstand gegen einen Vollstreckungsbeamten. Drach dagegen sieht sich als Opfer einer Verschwörung.
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Hamburg - Der Reemtsma-Entführer soll sich im vergangenen Sommer einer gerichtlich angeordneten DNS-Probe widersetzt haben. Als ein Kriminalbeamter ihm Speichel oder Blut entnehmen wollte, soll Drach dem Mann einen Fausthieb versetzt haben.

Der Polizist sagte beim heutigen Prozessauftakt, er habe Drachs Schlag im letzten Moment abwehren können, dennoch aber blaue Flecken und Schmerzen davongetragen. Dagegen sagten drei Kollegen des Beamten übereinstimmend aus, dass der Reemtsma-Entführer nur die Hand gehoben und eine Ohrfeige angedeutet habe.

Thomas Drach hatte den Hamburger Tabak-Millionär Jan Philipp Reemtsma 1996 entführt und 33 Tage lang angekettet in einem Kellerverlies festgehalten. Reemtsma war gegen ein Rekordlösegeld von 30 Millionen Mark freigekommen. Zwar konnte Drach später in Argentinien verhaftet werden - vom Lösegeld tauchte bislang nur ein Bruchteil auf.

Drach, der 1999 zu vierzehneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war, sagte vor dem Hamburger Amtsgericht, er sei das Opfer einer Verschwörung. "Die wollen mich mit Einzelhaft fertig machen, damit ich verrate, wo die Beute ist."

Weil dies nicht gelinge, versuche man es jetzt mit "läppischen Verfahren", sagte Drach zu den Anschuldigungen des Kripo-Beamten. Der Reemtsma-Entführer mischte sich während des heutigen Verhandlungstages mehrfach in die Zeugenbefragung ein und nannte die ihn beschuldigenden Polizisten "Dummköpfe".