Reemtsma-Entführung: Drach will aussagen - DER SPIEGEL
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Reemtsma-Entführung Drach will aussagen

Der mutmaßliche Reemtsma-Entführer Thomas Drach wird angeblich sein Schweigen beenden. Vor Gericht will er angeblich ein Geständnis ablegen.
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Hamburg - Der Prozess gegen Drach soll nach Angaben des Hamburger Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger am 13. Dezember in Hamburg beginnen. Die "Welt" berichtete, Drach wolle seine Aussagen aber auf die Tat und seine Beteiligung beschränken und werde voraussichtlich weiter über den Verbleib der Lösegeldmillionen schweigen.

Drachs Anwalt Rüdiger Spormann sagte der Zeitung, dem Gericht liege eine entsprechende Erklärung seines Mandanten vor. Die Pressestelle des Oberlandesgerichts konnte den Eingang eines solchen Schreibens nicht bestätigen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zu einem möglichen Geständnis nicht äußern. "Das wird das Gericht im Prozess bewerten, ob ein Geständnis sich strafmildernd auswirkt oder nicht", erklärte Bagger der Nachrichtenagentur AP.

Drach sitzt seit seiner Auslieferung aus Argentinien im Juli in Hamburg in Untersuchungshaft. Er soll der Drahtzieher bei der Entführung des Hamburger Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma im Frühjahr 1996 gewesen sein. Reemtsma wurde 33 Tage lang gefangen gehalten und kam gegen Zahlung von 30 Millionen Mark frei. Vom Großteil des Lösegelds fehlt jede Spur.

Drach wurde am 28. März 1998 von Zielfahndern des Bundeskriminalamts in Buenos Aires aufgespürt und von der argentinischen Polizei festgenommen. Zwei Jahre wehrte er sich juristisch gegen eine Auslieferung nach Deutschland. Im Fall einer Verurteilung wegen erpresserischen Menschenraubs drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Bislang gab es bereits vier Urteile in dem Fall. Drachs Bruder Lutz wurde am 20. Dezember 1996 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er 27.000 Dollar aus dem Lösegeld hatte umtauschen wollen. Als Mit-Entführer erhielten Peter Richter und Wolfgang Koszics im Februar 1997 Freiheitsstrafen von fünf und zehneinhalb Jahren. Im März 1999 stellte sich der 32-jährige Pole Piotr Laskowski, der dann am 2. September zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Richter, Koszics und Laskowski hatten Drach als Haupttäter bezeichnet. Sie werden die wichtigsten Zeugen im Prozess gegen den vorbestraften 39-Jährigen sein.