Regierung Zigarettenverkauf an Jugendliche verbieten
Berlin - Mit dem Abgabeverbot von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche könne eine Lücke im Jugendschutzgesetz geschlossen werden, sagte die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Christa Nickels, der "Welt am Sonntag". Nickels erinnerte die Industrie an ihre Selbstverpflichtung, Zigarettenautomaten noch in diesem Jahr endgültig aus dem Sichtfeld der Haupteingänge von Schulen oder Jugendzentren zu verbannen.
Zusätzlich gebe es Überlegungen, Zigarettenautomaten von Bargeld auf Kreditkartenbetrieb umzustellen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Damit reagierte sie auf eine Forderung der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS).
DHS-Geschäftsführer Rolf Hüllinghorst hatte im Saarländischen Rundfunk für ein "ganz restriktives Vorgehen" plädiert: Zigarettenautomaten sollten reduziert und auf unbare Zahlungssysteme umgestellt werden. Kinder und Jugendliche versorgten sich "ganz massiv durch Automaten, an denen sich jeder bedienen kann". Hüllinghorst wies darauf hin, dass etwa ein Prozent der Schüler bereits im Alter von acht oder neun Jahren zur Zigarette greife.