Rekordhochwasser Evakuierung wider Willen
Bukarest/Sofia - In den rumänischen Hochwassergebieten drohen neue Überschwemmungen durch die angeschwollene Donau. Weil die Behörden fürchten, dass die Dämme brechen könnten, haben sie heute wieder Hunderte Anrainer evakuiert.
Vielerorts sollen die Menschen sich dabei kooperativ verhalten haben. In dem Ort Bistret droht allerdings weiterhin 2000 Menschen die Zwangsräumung, die sich weigern, ihre Häuser zu verlassen. Bislang sind rund 2000 Menschen aus Bistret und Umgebung vor der Flut geflüchtet.
Zuvor war der Deich dort stark beschädigt worden, hinter dem rund 400 Millionen Kubikmeter Wasser angestaut sind. Einsatzmannschaften einschließlich Tauchern versuchen ihn abzudichten.
In der Nachbarortschaft Rast hatten Hunderte Einwohner die dritte Nacht in Folge in Zelten, Schulen und Krankenhäusern verbringen müssen. Die Behörden begannen dort mit Impfungen, "um einer möglichen Massenerkrankung vorzubeugen".
Die Katastrophenhilfe der Diakonie und ihre rumänische Partnerorganisation beschafften für die Hochwasseropfer in Rast, Bechet und weiteren Dörfern Soforthilfe. Das Innenministerium hat zudem Hilfspakete für die Flutopfer vorbereitet, die das bevorstehende orthodoxe Osterfest am Sonntag aller Voraussicht nach in Notunterkünften feiern müssen.
In den vergangenen Tagen mussten in den rumänischen Hochwassergebieten insgesamt mehr als 7000 Menschen ihre Häuser verlassen. Wie das Innenministerium mitteilte, wurden rund 130 Städte und Dörfer überschwemmt. Knapp 200 Häuser seien zerstört und etwa 700 weitere beschädigt worden.
In Bulgarien erreichten die Wasserstände der Donau im Laufe des Tages Höchstmarken: In Widin im Westen des Landes stieg das Wasser auf einen Rekordwert von 9,77 Meter, wie örtliche Medien berichteten. Normal sind 8 Meter. Trotz der drohenden Überflutungsgefahr wollten auch in Bulgarien viele Menschen ihre Häuser und Wohnungen nicht verlassen.
str/AFP/dpa/reuters