Renate Wallert: Verzweifelter Brief aus der Geiselhaft - DER SPIEGEL
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Renate Wallert Verzweifelter Brief aus der Geiselhaft

In einem dramatischen Brief der Göttingerin Renate Wallert haben die Geiseln im südphilippinischen Urwald erstmals seit Wochen wieder selbst auf ihre Lage aufmerksam gemacht.
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Jolo - Die Entführten seien "in einer jämmerlichen Situation und leben unter den schlimmsten Umständen", heißt es in dem am Sonntag in der Zeitung "Philippine Daily Inquirer" veröffentlichten Schreiben. "Man kann sich nicht vorstellen, wie es ist, mehr als zwei Monate unter diesen grauenhaften Umständen gefangen gehalten zu werden", schrieb die 56 Jahre alte Musiklehrerin. Sie ist mit ihrem Mann Werner und dem Sohn Marc neben 17 weiteren Geiseln seit Ostersonntag in der Hand der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf.

Die Mittelsmänner der Regierung setzten derweil ihren Kontakt zu den Kidnappern vorübergehend aus. Der Gouverneur der südlichen Provinz Sulu, Abdusakur Tan, habe dies angeordnet, solange er sich in Manila um die Wiederaufnahme von Arztbesuchen und Hilfstransporten für die Geiseln bemühe, sagte ein Abgesandter am Sonntag.

Die Entführer verweigern Besuche durch Mediziner und die Lieferung von Hilfsgütern, um die philippinische Regierung zu schnelleren Verhandlungen zu zwingen. Außerdem verlangen sie direkte Gespräche mit Vertretern der Heimatländer der Geiseln.