Rettung auf See: Bergungsschiff schleppt U-Boot ab - DER SPIEGEL
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Rettung auf See Bergungsschiff schleppt U-Boot ab

Hoffnung im Drama um das kanadische U-Boot, das nach einem Brand tagelang manövrierunfähig im stürmischen Atlantik trieb: Ein britisches Rettungsschiff hat das Boot erreicht und in Schlepp genommen.
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London - Nachdem meterhohe Wellen eine Rettung des U-Bootes lange behindert hatten, hat das Bergungsschiff "Anglian Prince" am Morgen damit begonnen, die 70 Meter lange "HMCS Chicoutimi" langsam in Richtung schottische Küste zu schleppen. Mit einer Geschwindigkeit von drei Knoten (5,4 Kilometern pro Stunde) zieht die "Anglian Prince" den Havaristen zum etwa 140 Kilometer entfernten Marinestützpunkt Faslane. Mit einer Ankunft des Konvois wird erst am Sonntag gerechnet.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch war aus bislang ungeklärter Ursache ein Brand in der Schaltzentrale des U-Bootes ausgebrochen. Bei der Brandbekämpfung hatten neun Matrosen Rauchvergiftungen erlitten, drei von ihnen so schwer, dass sie in einer dramatischen Rettungsaktion per Hubschrauber nach Irland hatten ausgeflogen werden müssen. Noch während des Transports war ein 32 Jahre alter Offizier an den Folgen seiner Vergiftungen gestorben. Ein Besatzungsmitglied befindet sich nach offiziellen Angaben in "kritischem, aber stabilem Zustand". Sein verletzter Kamerad sei in "stabilem" Zustand.

An Bord der "HMCS Chicoutimi" befinden sich nach wie vor noch 54 Seeleute. Nach offiziellen Angaben gibt es derzeit keine Pläne, das Boot zu evakuieren. Es würden aber Anstrengungen unternommen, damit sich die Besatzung an Bord von Rettungsschiffen erholen könne. Inzwischen sind rund 400 Personen mit der Bergung des dieselbetriebenen und nicht nuklear bewaffneten U-Bootes beschäftigt. Neben den britischen Schiffen machten sich auch amerikanische und irische Schiffe auf den Weg zum Unglücksort. Eine kanadische Fregatte wurde ebenfalls entsandt.

Ein Sprecher der kanadischen Marine teilte auf einer Pressekonferenz in Nova Scotia mit, dass die Motivation an Bord gut sei, obwohl große Trauer über den Verlust eines Besatzungsmitglieds herrsche.

Unterdessen hat die kanadische Opposition der Regierung vorgeworfen, Verteidigungsfragen nicht ernst zu nehmen und "minderwertige Unterseeboote" zu Billigpreisen zu kaufen. Mitglieder des Parlaments haben dringende Untersuchungen des U-Boot-Kaufs gefordert und eine Klage gegen Großbritannien gefordert. Kanada hatte die "HMCS Chicoutimi" erst vor kurzem von der britischen Navy gekauft. Die Navy hatte das U-Boot 1994 einstweilig außer Dienst gestellt, dann aber wieder reaktiviert. Das U-Boot hatte sich auf seiner Überführungsfahrt befunden, als das Feuer ausbrach. Inzwischen wurde bekannt, dass alle vier U-Boote der Victoria-Klasse, die Kanada von Großbritannien erworben hat, mit technischen Problemen wie Rost, Lecks und Überhitzung zu kämpfen haben.