Rettung aus der Höhle: Eingeschlossene sind erschöpft - DER SPIEGEL
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Rettung aus der Höhle Eingeschlossene sind erschöpft

Die acht in einer Höhle in Frankreich eingeschlossenen Schweizer sind gefunden. Doch bis zu ihrer Rettung können noch etliche Stunden vergehen. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass die Gruppe erst in der Nacht befreit werden kann.
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Besancon - Technische Schwierigkeiten haben am Freitagabend die Bergung der eingeschlossenen Schweizer Studenten aus der überschwemmten Höhle im französischen Jura verzögert. Die Eingeschlossenen würden erst gegen Mitternacht oder noch später ins Freie zurückkehren, hieß es nach Angaben der Präfektur in Besancon.

Behindert würden die Arbeiten der Retter in der Höhle durch das Wasser, das trotz der ununterbrochenen Pumparbeiten erneut angestiegen sei. "Unser wichtigstes Ziel ist es, die Eingeschlossenen so schnell und so sicher wie möglich an die Erdoberfläche zurückzubringen", sagte ein Sprecher der Präfektur.

Rettender Hohlraum

Nach 40 Stunden des Hoffens und Bangens waren Taucher nach mehreren vergeblichen Versuchen in die überschwemmte Höhle zu den eingeschlossenen Schweizer Studenten und ihrer Führerin vorgedrungen. Die Gruppe hatte sich rechtzeitig vor dem plötzlichen Wasseranstieg in einen trockenen Hohlraum 75 Meter hinter dem Eingang der Höhle in Sicherheit bringen können. Wartende Angehörige brachen bei der freudigen Nachricht vor der Höhle in Jubel aus.

Die Retter hatten die ganze Nacht unter Hochdruck durchgearbeitet. "Die acht Geretteten sind sehr erschöpft, aber wohlauf", sagte Sylvia Wyss, Direktorin der Hochschule für soziale Arbeit in Zürich, an der die Studenten eingeschrieben sind. Zwei Taucher, einer von ihnen ein Arzt, brachten der Gruppe Nahrungsmittel. "Sie brauchen Flüssigkeit und müssen sich Aufwärmen", sagte der Mediziner. Die Rettungsarbeiten erwiesen sich jedoch als kompliziert. Bis der Erste heil aus der Höhle herausgeholt sei, könnten bis zu sechs Stunden vergehen, sagte ein Sprecher der Präfektur in Besancon.

Thema Erlebnistheorie ganz praktisch

Die fünf Männer und drei Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren waren mit leichter Ausrüstung am Mittwochnachmittag in die Höhle eingestiegen. Dort wurden sie von einem plötzlichen Wasseranstieg überrascht. Die Führerin war die einzige erfahrene Höhlenforscherin: Sie wies der Gruppe den Weg zu dem trockenen Hohlraum und sprach ihnen beständig Mut zu. Alle sind Teilnehmer eines Kurses zum Thema "Erlebnispädagogik". Dabei geht es nach Angaben der Hochschule darum, "Grenzen kennen zu lernen, Rücksicht auf Schwächere zu nehmen und Gruppenverhalten einzuüben".

Die Pumparbeiten zur Senkung des Wasserspiegels in der fast vollständig überschwemmten Höhle waren erforderlich, damit die Eingeschlossenen zu Fuß ins Freie zurückkommen können. Die Studenten seien Anfänger und hätten keine Erfahrung im Höhlentauchen, erklärte ein Retter im französischen TV-Nachrichtenkanal LCI.

Am Freitag packte die Helfer zeitweilig Mutlosigkeit. Ihre Hoffnungen sanken, die Studenten noch lebend zu finden. Ein erster Hohlraum, zu dem sich die Retter von der Erdoberfläche durchgebohrt hatten, war leer. Sorge machte auch das eiskalte Wasser. Die Retter vermuteten, dass die Gruppe tief in dem kaum zehn Grad kalten Wasser stecken müsste. Derartige Temperaturen kann ein Mensch nur wenige Stunden überleben.

Als der Präfekt der Region den wartenden Angehörigen am Morgen die frohe Kunde überbrachte, fielen sich die herbeigereisten Eltern und Geschwister der Studenten erleichtert in die Arme. "Wir sind glücklich. Das ist super", sagte eine Verwandte, die vor Ort stundenlang ausgeharrt hatte. An der Rettungsaktion beteiligten sich zeitweilig mehr als 200 Feuerwehrleute, Taucher und Polizisten.