Rettung im Riesending-Schacht: Das Einfachste ist geschafft - DER SPIEGEL
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Riesending-Rettung: Von hier an steil bergauf

Foto: Markus Leitner/ dpa

Rettung im Riesending-Schacht Das Einfachste ist geschafft

Bei der Rettungsaktion für den verunglückten Höhlenforscher Johann Westhauser ist der erste Abschnitt geschafft. Am Montag stehen die Bergungsteams vor einer neuen Herausforderung: Sie müssen eine glatte Wand hinauf.
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Berchtesgaden - Der verunglückte Höhlenforscher Johann Westhauser und sein Rettungsteam haben den ersten Abschnitt ihres Aufstiegs hinter sich gebracht. Von nun an geht es in der Riesending-Schachthöhle steil bergauf. Die bayerische Bergwacht berichtete, dass sich die Retter bislang weitgehend waagerecht im Berg bewegten.

In etwa 900 Metern Tiefe haben sie nun das Biwak 4 erreicht und eine Ruhepause eingelegt. Bis zu zwei Tage könnte der Aufstieg im nächsten Abschnitt dauern. Und der wird deutlich komplizierter: Das Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe ist nur durch Klettern entlang einer spiegelglatten Steilwand zu erreichen. Ein österreichisches Team von Alpinisten hat diese Strecke für den Transport vorbereitet.

Mindestens eine Woche könnte der Aufstieg noch dauern

Der Zustand des verletzten Westhauser ist nach Angaben der Bergwacht weiterhin stabil. Der Transport des Forschers ans Tageslicht wird voraussichtlich etwa eine Woche dauern, manche halten auch eine noch längere Zeitspanne für möglich. Nach jeder Teilstrecke wechseln die Rettungskräfte und der behandelnde Arzt, insgesamt sind etwa 100 Retter im Einsatz.

Am Einstieg der Höhle in 1800 Metern Höhe harrt ein Notarzt aus - für die Helfer, die unten im Einsatz sind. Denn diejenigen, die nach oft mehrtägigem Einsatz wieder ans Licht kommen, seien vollkommen erschöpft, berichtete die Bergwacht.

Seit 17.28 Uhr am vergangenen Freitagabend wird der Karlsruher Wissenschaftler aus der Höhle geborgen. Zuvor musste der 52-Jährige fünf Tage lang am Unglücksort in der tiefsten und extremsten Höhle Deutschlands ausharren. Er hatte bei einem Steinschlag ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Zu Beginn der Rettungsaktion sendete Westhauser noch eine Nachricht an die Außenwelt. Per Funk ließ er Grüße an seine Familie ausrichten. In seiner Trage fühle er sich wohl. Am Samstag dann trat die Rettergruppe den Marsch entlang der "Langen Geraden" zum Biwak 4 an. Der Verletzte wurde einen kilometerlangen Gang getragen, der fast waagerecht durch den Berg verläuft.

isa/dpa