Richards wütend auf Jagger Ritter der Rollenden Steine
London - Im Juni hat Königin Elizabeth II. Mick Jagger zum Ritter geschlagen. Seinen Frust darüber öffentlich gemacht hat nun Stones-Gitarrist Keith Richards. Er sei über diese Ehrung so verärgert gewesen, dass er die Tour absagen wollte, die vor einigen Tagen in Boston vielbejubelt startete. In einem Interview mit dem britischen Musikmagazin "Mojo" sagte Richards, er habe mit "kalter, kalter Wut auf diese blinde Dummheit" reagiert.
Die Queen adelte bereits mehrere Altrocker, etwa Paul McCartney und Elton John. Jagger musste auf seinen Ritterschlag länger warten als der Beatle oder John, der auf der Trauerfeier für Prinzessin Diana seinen ursprünglich für Marilyn Monroe verfassten Song "Candle in the wind" umgeschrieben hatte. Es wurde gemutmaßt, Jagger sei wegen seiner radikalen Äußerungen und seines ausgefallenen Lebensstils nicht genehm.
Doch im Sommer kündigte die Queen zu ihrem goldenen Thronjubiläum an, den Stones-Sänger ehren zu wollen - was Musikerkollege Richards bis heute offenbar nicht erträgt. Er hätte ein solches Angebot niemals angenommen, sagte er dem Magazin und räumte zugleich ein: "Ich bezweifle, dass sie je daran gedacht haben, mir die Ritterschaft anzubieten. Weil sie wissen, was ich gesagt hätte. Sie wussten, ich würde ihnen sagen, wohin sie sich die stecken können."
Stones-Drummer Charlie Watts hingegen nimmt keinen Anstoß am Rittertum Jaggers. Wenn Paul McCartney die Ehre erhalten habe, solle Mick sie auch bekommen, sagte er. "Aber dann sollte Keith auch die Ritterschaft angeboten werden", erklärte Watts.