Rettungsaktion geglückt: Höhlenforscher Westhauser ist in Sicherheit
Schutz vor Schaulustigen Riesending-Höhle soll verschlossen werden
Berchtesgaden - Aus Sorge vor einem gefährlichen Tourismus Neugieriger nach der Rettungsaktion an der Riesending-Höhle bei Berchtesgaden will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) deren Eingang verschließen lassen. "Technisch ist es einfach, und rechtlich halte ich es angesichts der extremen Gefahren, die damit verbunden sind, für geboten", sagte Herrmann in Berchtesgaden.
Er fürchte, dass mancher nun auf die Idee komme, sich den Schauplatz der Rettungsaktion anzusehen - nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. "Das führt dazu, dass Leute in die Höhle einsteigen, die überhaupt nicht die Fähigkeit haben. Dem vorzubeugen, halte ich für absolut notwendig."
Der Minister dankte den Rettern und lobte die "vorbildliche internationale Solidarität", die die Rettung des Höhlenforschers Johann Westhauser möglich gemacht hatte. Die Riesending-Schachthöhle am Untersberg in den Berchtesgadener Alpen gilt als tiefste und längste Höhle Deutschlands. Das gigantische Gangsystem umfasst eine Länge von rund 19 Kilometern und ist etwa 1100 Meter tief. Bereits die ersten Schächte können nur begangen werden, indem man sich an einem Seil bis zu 300 Meter hinablässt. Auch auf dem weiteren Weg ist es immer wieder nötig, sich abzuseilen. Noch dazu gibt es Engstellen, durch die nur schlanke Personen knapp hindurchpassen.
Westhauser, der die Riesending-Höhle selbst mitentdeckt hatte, war darin am Pfingstsonntag verunglückt. Bei einem Steinschlag in rund tausend Metern Tiefe hatte er sich ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Erst drei Tage später erreichte ein Arzt den Verletzten. Die Einsatzleitung hatte international um Hilfe gebeten. Experten aus Österreich, Italien und der Schweiz waren angereist. Nach elf Tagen in der Dunkelheit war die Bergung geschafft - und Westhauser wieder im Freien.