Rizin-Pulver Giftattacke auf den US-Senat
Washington - Erste Versuche bestätigten nach Angaben des Polizeichefs im Capitol, Terrance Gainer, dass es sich bei dem Pulver um Rizin handelt. Nach Informationen des US-Senders CNN haben sich sechs von acht Proben als positiv erwiesen. Ein neunter und letzter Test solle im Laufe des heutigen Dienstags beendet werden.
Das Pulver wurde nach Kongressangaben in einem Briefcouvert im Büro des republikanischen Mehrheitsführers Bill Frist gefunden. Die 16 Mitarbeiter auf demselben Flur wurden vorsorglich evakuiert. Frist sagte gegenüber CNN, er betrachte die Gift-Attacke als "terroristische Aktivität". Er betonte allerdings, dass niemand Symptome einer Erkrankung zeige. Das Ministerium für Heimatschutz beobachtete laut Sprecher Brian Roehrkasse die Entwicklung en sehr genau.
Rizin, gegen das es kein Gegenmittel gibt, kann schon in einer Dosierung von einem Milligramm einen Erwachsenen töten. Eingeatmet kann es zwischen 36 und 48 Stunden zum Tod durch Atemlähmung und Kreislaufkollaps führen. Wird es mit der Nahrung eingenommen, verursacht das Gift Übelkeit, Brechreiz sowie Blutungen im Magen-Darm-Trakt, gefolgt von Nieren-, Milz- und Leberversagen und einem Kreislaufzusammenbruch. Wird Rizin injiziert, greift es sofort die Muskeln und Lymphknoten an und führt binnen kurzer Zeit zum Versagen lebenswichtiger Organe.
Die Substanz, die sich leicht herstellen lässt, wurde vor einem Jahr in einer Wohnung im Norden Londons gefunden. Sieben Männer nordafrikanischer Herkunft wurden festgenommen. Auch im US-Staat South Carolina ist kürzlich ein Paket mit Rizin aufgetaucht.
Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 waren in den USA mit Anthrax verseuchte Briefe aufgetaucht, unter anderem auch im Kongress. Fünf Menschen starben nach der Infizierung mit den Milzbrand-Erregern. Die Urheber wurden bislang nicht gefunden.