Klüger werden mit: Robert Garside
SPIEGEL: In zwei Wochen haben Sie Ihr Ziel, als erster Mensch einmal um die Welt zu laufen, erreicht. Wie geht es Ihnen?
Garside: Bestens. Ich sitze in Kairo und warte auf meinen Flieger nach Bombay. Von dort muss ich dann nur noch nach Neu-Delhi joggen, wo ich im Oktober 1997 gestartet bin. Leider muss ich die letzte Hürde mit einem Flugzeug überwinden - auf Grund der politischen Situation möchte ich mir den Mittleren Osten ersparen.
SPIEGEL: Wird Ihr Rekord trotzdem anerkannt werden?
Garside: Ja. Ich bin jetzt schon 35 000 Meilen gelaufen. Statt einfach einmal rum zu rennen, habe ich viele Abstecher gemacht: quer durch Indien, China, Japan, Australien. Von da mit dem Schiff nach Südamerika, weiter über Zentralamerika bis nach New York. Dann Südafrika bis Europa.
SPIEGEL: Wie viele Stunden am Tag?
Garside: Bis zu acht Stunden. War ich pleite, musste ich vor Ort neue Sponsoren organisieren. Manchmal hing ich aus anderen Gründen fest: Zahnschmerzen, Magengrippe oder ein fehlendes Visum. In China saß ich deswegen fünf Tage im Gefängnis.
SPIEGEL: Warum das alles?
Garside: Ich wollte der Erste sein, und ich wollte die Welt sehen. In mir steckt ein kleiner Forrest Gump - im Kopf bin ich allerdings normal.
SPIEGEL: Was waren die Höhepunkte Ihrer Tour?
Garside: Eindeutig Caracas, da habe ich die Frau meines Lebens kennen gelernt. Umgehauen hat mich die Gastfreundschaft der Afrikaner. Nach über fünf Monaten ohne ein Bad gab mir eine arme kenianische Familie Wasser zum Duschen, ein frisches Bett und Essen.
SPIEGEL: Konnten Sie Ihre Freundin fürs Laufen begeistern?
Garside: Sie wollte mir anfangs imponieren und mitlaufen. Aber nach wenigen Kilometern klappte sie zusammen. In Indien werde ich sie wiedersehen.