Rom: Trevi-Brunnen färbt sich blutrot - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Rom Trevi-Brunnen färbt sich blutrot

Für Touristen war es ein ungewöhnliches Schauspiel, für die Polizei Grund zum Einsatz: In Rom hat die Gruppe "Futuristische Aktion" das Wasser des berühmten Trevi-Brunnens rot gefärbt - und dazu Flugblätter mit anarchistischen Parolen ausgelegt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rom - Wenn Touristen vor dem Trevi-Brunnen in Rom stehen, werfen viele eine Münze in das Wasser des weltbekannten Denkmals - weil es Glück bringen soll. Eine politische Gruppierung hat sich jetzt etwas ganz anderes ausgedacht, zum Unmut der Polizei: Das Wasser war heute vollständig zinnoberrot eingefärbt.

Die Polizei ließ vorübergehend das Wasser abstellen. Nach Angaben der Behörden war ein mit Farbe gefüllter Plastikbehälter in das Wasser des Brunnens im Herzen der italienischen Hauptstadt geworfen worden. Die Gruppe "Azione futurista 2007" (Futuristische Aktion) habe sich in einem Flugblatt zur Tat bekannt und darin auch kritisch auf den "roten Teppich" des in Rom laufenden Filmfestivals Bezug genommen. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die "Futuristen" eine radikale Erneuerung italienischer Kunst und Literatur verlangt.

"Ihr wolltet nur einen roten Teppich, wir wollen eine Stadt, die ganz in Zinnoberrot getaucht ist. Mit uns wird heute ein neues, gewalttätiges Konzept des Lebens und der Geschichte geboren", heißt es auf den Flugblättern der Gruppe. "Die Schlacht gilt dem Frieden und den Stiefelleckern der Mächtigen, den Sklaven des Weltmarktes."

Die Unterzeichner kündigten an, sie wollten die "graue, bürgerliche Gesellschaft" durch einen "Triumph der Farben" überwinden. Die "Randgestalten" der Gesellschaft, die "Alten, Kranken, Studenten, Arbeiter" seien unterwegs, um "Euer Grau einzufärben".

Der im 18. Jahrhundert erbaute Fontana di Trevi gilt als Touristenmagnet, seit Anita Ekberg 1960 in dem Film "La Dolce Vita" darin badete.

hen/dpa/AP/AFP