Royals William holt Stiefel mit Kampfjet ab
London - Wie die britische Zeitung "Daily Mail" ausrechnete, kostete der 250 Kilometer lange Flug des "Hawk"-Jets der Royal Airforce den britischen Steuerzahler rund 20.000 Pfund (30.000 Euro). In den vergangenen Jahren ist die königliche Familie wegen einiger äußerst kostspieliger Reisen immer wieder in die Kritik geraten.
Nach Angaben der "Daily Mail" absolviert der 23-jährige William gerade ein Praktikum bei einer Bergrettungstruppe im Norden von Wales. Von dort wurde er zur Militärakademie Sandhurst geflogen, wo er im kommenden Jahr seinen Armeedienst antreten wird. Im Stützpunkt erhielt der Prinzensohn schon mal seine Uniform und seine Stiefel, bevor er wieder zurückreiste.
Ein Sprecher des Prinzen verteidigte die außergewöhnliche Transportmethode: "Die Royal Airforce ist sehr interessiert daran, dass Prinz William sich mit der ganzen Breite ihres Aufgabenprogramms vertraut macht." Eines Tages werde William schließlich der Oberkommandierende der Streitkräfte sein. Außerdem sei die Fahrt in die Akademie nötig gewesen. Von dem Prinzen werde erwartet, dass er sich auf seinen Militärdienst vorbereite und an bestimmten Aktivitäten der Truppe beteilige: "Und die Ausgabe der Uniform ist nur ein kleiner Teil dieser Aktivitäten", sagte der Sprecher.
Der Flug hätte mit oder ohne William stattgefunden, sagte er. Der Sprecher räumte allerdings ein, dass möglicherweise das Timing wegen Williams Wales-Aufenthalt etwas "unglücklich" gewesen sei. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, dass es sich um einen regulären Trainingsflug gehandelt habe.
Kritik kam nach Angaben der "Daily Mail" jedoch von verschiedenen Politikern. Der Abgeordnete Ian Davidson sagte: "Es sieht sehr danach aus, als ob Prinz William die Royal Airforce als persönlichen Taxi-Dienst gebraucht." Wenn William wirklich einen normalen Militärdienst absolvieren wolle, müsse er auf seine "Spezialbehandlung" verzichten. Unterstützung erhielt Davidson vom Labour-Abgeordneten Andrew Mackinlay: "Ich bin sicher, die Royal Airforce hat in diesen Tagen Wichtigeres zu tun, als die königliche Familie zu ihren persönlichen Besuchen zu bringen."