MÄNNER Rückkehr der Pelze
Burt Reynolds, Robert Redford, Sean Connery - in den siebziger Jahren durften männliche Helden noch haarig sein, im Fall Connery sogar so haarig, dass er eine Friseurin brauchte, die ihm das Brusthaar schnitt. In den neunziger Jahren tauchten dann in Kino und Werbung frisch rasierte Jünglinge auf, narzisstisch und haarlos wie Brad Pitt in »Thelma und Louise« oder Mark Wahlberg für Calvin Klein. Aufsteiger waren die Vorbilder jener Jahre, kindliche Typen, die ihr Geld an der Wall Street und später mit der New Economy verdienten. Aber dann kam der Crash. Jetzt, meldet die britische Stilexpertin Zarah Crawford in der »Times«, sei wieder alles haarig: Bei den diesjährigen Herbstschauen liefen brustpelzige Models herum, im Kino zeigt George Clooney, dass bei ihm gleich über dem Nabel was wächst, und der Designer Tom Ford hat für das neue Parfum M7 den ehemaligen Taekwondo-Kämpfer Samuel de Cubber verpflichtet, den er nackt zeigt und mit viel Gestrüpp. Schuld daran sei, wie an so vielem, der 11. September: Als Helden gelten nicht mehr glatte Schreibtischtypen, sondern Feuerwehrmänner. »Wir wollen wieder Männer«, glaubt Crawford, »die aussehen, als ob sie ehrliche Arbeit tun. Und nicht den halben Tag vor dem Spiegel stehen.«