Rückschlag Sars kehrt nach Kanada zurück
Toronto/Peking - Insgesamt wurden in der kanadischen Millionenstadt 25 neue Sars-Fälle befürchtet. Die amerikanische Gesundheitsbehörde (CDC) erneuerte umgehend ihre Reisewarnung für die größte Stadt Kanadas.
Auch in China kamen am Samstag 34 neue Fälle hinzu. Fünf Menschen starben. Hongkong erlebte laut CNN den ersten Tag ohne neue Infektionen, aber beklagte zwei weitere Sars-Todesfälle. Nach dem starken Anstieg diese Woche in Taiwan wurden in der Inselrepublik nur zehn neue Erkrankungen gemeldet.
"Wir rechnen mit dem Schlimmsten"
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte erst vergangene Woche die Reisewarnung für Toronto aufgehoben. Die neuen Patienten können sich nach Angaben von Medizinern in zwei Kliniken angesteckt haben. "Wir rechnen mit dem Schlimmsten", sagte der Arzt Donald Low. Im Großraum Toronto sind bisher 24 Menschen an Sars gestorben. Zwei neue Todesfälle wurden noch untersucht. Weltweit stieg die Zahl der Sars- Fälle laut WHO bis Freitagabend auf 8117. An der Infektion mit dem Sars-Virus sind bisher 689 Menschen gestorben.
Die Gesundheitsbehörden im schwer betroffenen Peking sehen zwar einen "spürbar rückläufigen" Trend, doch kamen am Samstag wieder 26 neue Erkrankungen und drei Todesfälle dazu. Mit der Normalisierung des Lebens in Peking, dessen Bewohner sich wieder zunehmend vor die Tür trauen und zum Einkaufen oder Essen gehen, entstünden "neue und ernsthafte Herausforderungen", warnte der Sprecher der Stadtregierung, Cai Fuchao, auf einer Pressekonferenz.
Auffällig viele Wanderarbeiter krank
Bislang hat Peking 2490 Erkrankte und 163 Tote gezählt. Die Bemühungen zur Eindämmung der Krankheit konzentrieren sich jetzt auf die 2,6 Millionen Wanderarbeiter in der Hauptstadt, unter denen auffallend viele neue Erkrankungen festgestellt werden. Viele leben meist unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engstem Raum. Landesweit in China (ohne Hongkong) stieg die Zahl der berichteten Fälle um 34 auf 5309. Erneut starben fünf Menschen. Damit wurden 308 Todesfälle gezählt.
Nach dem dramatischen Anstieg der Infektionen in Taiwan um 120 in nur zwei Tagen meldete das Gesundheitsministerium in Taipeh nur zehn neue Erkrankungen. Die Zahl der Todesopfer blieb unverändert bei 60. Nach China und Hongkong ist Taiwan mit 548 Fällen besonders schwer von Sars betroffen. Nachdem am Anfang viele Ärzte und Krankenschwestern erkrankt waren, ist ihre Infektionsrate deutlich von 38 Prozent Ende April auf vier Prozent in der vergangenen Woche gefallen, berichteten die Gesundheitsbehörden nach Angaben der Nachrichtenagentur CNA.