Rumänien Zwölf Tote bei Grubenunglück
Bukarest - Explosionen in einem rumänischen Bergwerk haben am Samstag zwölf Menschen das Leben gekostet. Eine erste Detonation in der Mine Petrila im südrumänischen Valea Jiului tötete acht Bergleute. Eine zweite Explosion ereignete sich, als eine Rettungsmannschaft die ersten Opfer bergen wollte. Dabei wurden vier Rettungskräfte getötet und zwei weitere Menschen verletzt, wie Ministerpräsident Calin Popescu Tariceanu erklärte.
Das Unglück ereignete sich in einer Tiefe von rund 950 Metern. Als Auslöser wird eine Ansammlung von Methangas vermutet. Acht Kumpel erlitten Brandverletzungen. Zum Zeitpunkt der ersten Explosion hielten sich nach Angaben der Behörden rund hundert Arbeiter unter Tage auf. Sechs Bergarbeiter seien operiert worden und befänden sich in kritischem Zustand auf der Intensivstation, erklärte der Direktor des Krankenhauses Petrosani. Sie hätten Verbrennungen dritten und vierten Grades auf mehr als der Hälfte des Körpers erlitten.
Zur Ursache des Unfalls erklärte der Direktor der Steinkohlegesellschaft CNH Petrosani, dass sich vermutlich Grubengas entzündet hatte. Alle Bergungsaktionen seien bis auf weiteres eingestellt worden. Für die nächsten 48 Stunden dürfe niemand in die Grube einfahren.
Vor dem Grubeneingang Petrila kam es zu Zwischenfällen zwischen den Angehörigen der Opfer und Sicherheitskräften. Hunderte sammelten sich nach der ersten Explosion vor der Grube, wie Realitatea TV berichtet. Die Familien der Kumpel beanstandeten, dass sie Informationen zu der Katastrophe nur aus dem Fernsehen und nicht von der Bergwerksleitung erhalten hätten.
ore/dpa/AP