Runkel in Hessen: Drei Menschen sterben bei Unglück in Lederfabrik - DER SPIEGEL
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150 Rettungskräfte im Einsatz Drei Menschen sterben bei Unglück in Lederfabrik in Hessen

Drei Tote, zwei lebensgefährlich Verletzte: In Hessen sorgt ein Unfall in einer Lederfabrik für tiefe Betroffenheit. Die genaue Unglücksursache ist bislang nicht geklärt.
Einsatztkräfte im hessichen Runkel
Einsatztkräfte im hessichen Runkel

Einsatztkräfte im hessichen Runkel

Foto: Sascha Ditscher / dpa

In Runkel in Mittelhessen sind drei tote Arbeiter und zwei lebensgefährlich Verletzte nach einem tragischen Unglücksfall in einer Grube zu beklagen. Mehr als 150 Einsatzkräfte – viele von ihnen in Schutzanzügen und mit Atemschutz ausgestattet – werden in einer eigens aufgebauten Schleuse dekontaminiert. Erst dann dürfen sie den Einsatzort in einer Lederfabrik und Pelzgerberei verlassen.

Viele von ihnen sind tief schockiert über den Arbeitsunfall, zu dem sie am Donnerstagnachmittag gerufen worden waren. Ein Mitarbeiter der Gerberei hat gegen 16.40 Uhr drei Tote und zwei Schwerverletzte in der Klärgrube der Firma aufgefunden, wie René Schultheis, Sprecher der Gefahrenabwehr des Kreises Limburg-Weilburg und Kreisbrandmeister, erklärt.

Opfer in Klärgrube der Gerberei gefunden

Das Firmengelände liegt etwas außerhalb des 9500-Einwohner-Städtchens in der Nähe von Limburg an der Lahn. In der Nacht ist noch nicht ganz klar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Es bestehe die Möglichkeit, dass es zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung beim Abstieg in eine Grube gekommen sei, sagt Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) am Unfallort.

Großeinsatz im hessischen Runkel

Großeinsatz im hessischen Runkel

Foto: Sascha Ditscher / dpa

Das könnte zum Tod der Arbeiter geführt haben. Ebenso wie zu den lebensgefährlichen Verletzungen der beiden weiteren Männer, die mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen wurden, wie Poseck sagt.

Kreisbrandmeister Schultheis erläutert, die Opfer seien in einer Klärgrube der Gerberei gefunden worden, in der verschiedene Chemikalien aufgefangen würden. Dort könnten Dämpfe freigesetzt worden sein. Die genaue Todesursache müsse aber die Polizei klären.

Entwarnung: Keine Gefahr für Anwohner

Die einzige gute Nachricht des Abends: Es sind keine Gefahrstoffe über das Firmengelände hinaus ausgetreten, es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung, wie Schultheis versichert.

Der hessische Innenminister zeigt sich betroffen: »Ich habe in meiner Amtszeit noch kein Ereignis mit drei Toten erlebt, das macht diese Situation ganz besonders traurig«, sagt der CDU-Politiker am Unglücksort. Das Ereignis habe das Land Hessen erschüttert. Auch für die Rettungskräfte sei das ein »sehr herausfordernder Einsatz mit einer ungewissen Situation«.

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»Natürlich ist ein solcher Einsatz auch für die Feuerwehr mit Gefahren verbunden«, betont Poseck. Glücklicherweise sei es aber nicht zu Schäden bei den Einsatzkräften gekommen. »Dieser Einsatz hat eine Dimension, die weit über Limburg und den Landkreis Limburg-Weilburg hinausreicht«, resümiert der Innenminister.

Auch Runkels Bürgermeisterin Antje Hachmann zeigt sich entsetzt über das Ausmaß. »Wir sind eine nicht so große Stadt und man kennt sich hier«, sagt sie. Bereits auf der Fahrt zum Unglücksort sei ihr durch den Kopf gegangen, wie es wohl den Angehörigen gehe. Sie habe mit einigen gesprochen – ebenso wie Notfallseelsorger vor Ort.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich aktualisiert.

fwu/hda/dpa

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