Russen stoppt Flugbetrieb der Unglücksairline - DER SPIEGEL
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Absturz auf dem Sinai Russen stoppen Flugbetrieb der Unglücksairline

Russlands Behörden verbietet der sibirischen Fluglinie Kogalymavia den Betrieb. Bei dem Absturz einer A321 auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten starben 224 Menschen.
Unglücksmaschine: Kogalymavia darf nicht mehr mit A321 fliegen
Unglücksmaschine: Kogalymavia darf nicht mehr mit A321 fliegen

Unglücksmaschine: Kogalymavia darf nicht mehr mit A321 fliegen

Foto: Marina Lystseva/ dpa
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Kogalymavia muss ab sofort ihre Airbus A321-Maschinen am Boden lassen. Ihren Betrieb hat die russische Verkehrsbehörde Rostransnadzor der Fluggesellschaft aus Westsibirien untersagt, berichtet die russische Agentur Interfax. Ein Vertreter von Kogalymavia sagte der Nachrichtenagentur Ria jedoch, ein derartiges Verbot der Behörde habe das Unternehmen nicht erhalten.

Bis vor dem Unglück in Ägypten flog die Airline aus Kogalym unter der Marke Metrojet mit fünf A321-200-Maschinen. Zwei weitere Bombardier Challenger 850 werden von Kogalymavia für VIP-Charterflüge eingesetzt.

Flug 7K9268 des Kogalymavia-Airbus war kurz nach dem Start im Badeort Scharm al-Scheich am Samstagmorgen vom Radar verschwunden und ist mit 224 Menschen an Bord über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Die meisten Fluggäste der Maschine nach Sankt Petersburg waren russische Urlauber.

Die russische Justiz hat nach eigenen Angaben bisher keine Hinweise auf Unregelmäßigen bei der Besatzung oder dem verwendeten Treibstoff des Airbus A-321. "Die Piloten und Stewards sind vor dem Start in Scharm al-Scheich medizinisch geprüft und für flugtauglich erklärt worden", sagte Behördensprecherin Maja Iwanowa der Agentur Interfax.

Auch eine Untersuchung des Treibstoffs habe keine Hinweise ergeben: "Die Qualität entsprach den Anforderungen", betonte sie. Ermittler hätten in einem Lager in der Wolga-Stadt Samara Proben des Kerosins genommen, das auch die Unglücksmaschine im Tank hatte.

Iwanowa zufolge verfügt die Justiz zudem über keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Piloten in Ägypten über Probleme geklagt hätten. "Von der Mannschaft gab es im Verlauf der Startvorbereitungen keinerlei Bemerkungen zum technischen Zustand des Flugzeugs."

Eine Untersuchung der Maschine sei vor dem Start in Scharm al-Scheich nicht durchgeführt worden. "Dies geschieht nur auf Anfrage der Fluggesellschaft oder der Mannschaft."

Opfer werden nach Sankt Petersburg geflogen

Das russische Fernsehen berichtete von der Absturzstelle auf der Halbinsel Sinai, die Suche nach Trümmern und sterblichen Überresten der 224 Opfer sei dort auf 30 Quadratkilometer ausgeweitet worden.

Die ersten sterblichen Überreste sollen spätestens an diesem Montag nach Sankt Petersburg gebracht werden. Eine erste Maschine könne in der Nacht aus Kairo losfliegen, sagte Wladimir Stepanow vom Katastrophenschutzministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Die ägyptischen Behörden hätten fast alle Leichen aus dem verunglückten Airbus A321 von der Absturzstelle auf der Sinai-Halbinsel in die Hauptstadt transportiert. Zur Identifizierung der Opfer hätten die russischen Behörden von Verwandten DNA-Proben genommen.

Der Flugschreiber und der Stimmenrekorder seien nach erstem Augenschein nur gering beschädigt, sagte Verkehrsminister Maxim Sokolow nach seiner Ankunft in Kairo. Die noch versiegelten Flugschreiber würden entweder in Russland oder in Ägypten ausgewertet.

Sokolow war mit Katastrophenschutzminister Wladimir Putschkow und Flugaufsichtschef Alexander Neradko an die Absturzstelle gereist. Dort sind etwa hundert russische Helfer mit schwerem Gerät eingesetzt.

abl/Reuters/dpa