Russland: Atomunfall-Gerücht führt zu Panik - DER SPIEGEL
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Russland Atomunfall-Gerücht führt zu Panik

In Südrussland haben Gerüchte um einen angeblichen Atomunfall die Bevölkerung verunsichert. Tausende deckten sich in den Läden mit Jodtabletten, Rotwein und Wodka ein.
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Moskau - Die Angst vor Verstrahlung war nach der öffentlichen Bekanntmachung einer Funktionsstörung in dem erst vor einer Woche in Betrieb genommenen Kernkraftwerk Rostow entstanden, berichtete die Tageszeitung "Kommersant" am Samstag.

Auf dem Kraftwerksgelände, etwa 1000 Kilometer südlich von Moskau, seien lediglich 400 Liter nicht verstrahltes Kühlwasser ausgelaufen, teilten die Behörden mit. Zusätzliche Unruhe erregten Absperrungen am Kraftwerk, die angeblich aber nur wegen des Besuchs einiger Minister errichtet worden waren.

Seit der Atomkatastrophe von Tschernobyl misstrauen auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion viele Menschen der offiziellen Informationspolitik. Im April 1986 hatten die Behörden über Tage die sich ausbreitende tödliche Strahlung verschwiegen. Neben Jod soll auch der Genuss von Wodka und Rotwein nach Meinung vieler Russen die schädlichen Folgen von radioaktiver Strahlung mindern.