Russland Bewaffnete nehmen Hunderte Schüler als Geiseln
Moskau - Bei dem Schusswechsel zwischen "Omon"-Einsatztruppen des Innenministeriums und Geiselnehmern soll nach Angaben von Itar-Tass ein Mann getötet worden sein. In der Schule "Nummer 2" befinden sich laut Interfax 200 Kinder und einige Erwachsene. "Es könnten sich bis zu 400 Kinder und Lehrer in der Gewalt der Entführer befinden", sagte die Regierungssprecherin vor Ort, Irina Terkina.
Der Nachrichtendienst RIA Nowosti meldete, dass keines der Kinder verletzt sei. Laut Meldungen des Fernsehsenders N24, sind bereits Kinder aus dem Gebäude gerettet worden. Augenzeugen berichteten, die Geiselnehmer hätten die Schüler in einer Sporthalle zusammengetrieben. Die Kidnapper - unter ihnen auch Frauen - tragen offenbar Sprengstoffgürtel. Ein Sprecher des Inlandsgeheimdienstes FSB, Ismel Shaov, sagte, es handele sich um insgesamt 17 Geiselnehmer. Sie lehnen Verhandlungen mit den Behörden zurzeit offenbar ab.
Der heutige Mittwoch ist der erste Schultag in Russland, an dem traditionell die Eltern ihre Kinder zur Schule begleiten. Über die Motive der Kidnapper wurde bislang noch nichts bekannt. Mit der Leitung der Geiselbefreiung ist General Michail Pankow aus dem Innenministerium beauftragt.
Die Stadt Beslan befindet sich etwa 15 Kilometer nördlich von Wladikawkas, der Hauptstadt Nord-Ossetiens, das an die Konfliktrepublik Tschetschenien grenzt. In Tschetschenien kämpfen radikal-moslemische Rebellen gegen die Zugehörigkeit der Republik zu Russland. Sie haben wiederholt Anschläge in Russland verübt.