Russland: Passagierjets abgestürzt, Behörden gehen von Anschlag aus - DER SPIEGEL
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Russland Passagierjets abgestürzt, Behörden gehen von Anschlag aus

Zwei russische Passagiermaschinen sind auf dem Flug von Moskau Richtung Süden abgestürzt. Augenzeugen sahen bei einem der Jets eine Explosion vor dem Aufschlag. Kurz darauf verschwand die zweite Maschine vom Radar der Flugüberwachung. Die russischen Behörden gehen offenbar von einem Terroranschlag aus. Der Geheimdienst FSB nahm die Ermittlungen auf.
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Moskau - Die erste Maschine vom Typ Tupolew 134 schlug in der Region Tula nahe des Dorfes Butschalki rund 180 Kilometer südlich von Moskau auf. Das Flugzeug sei vor dem Aufprall in der Luft explodiert, berichtet die Agentur Interfax unter Berufung auf Behördenvertreter vor Ort. Ein Sprecher des Ministeriums für Katastrophenschutz sagte, Rettungskräfte hätten den Schwanz und den Rumpf der Maschine in großer Entfernung voneinander aufgefunden.

Russlands Präsident Wladimir Putin beauftragte den Geheimdienst FSB mit den Ermittlungen. Die Sicherheitskontrollen an allen Flughäfen des Landes wurden umgehend verschärft. In der abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien wird am Sonntag ein Nachfolger des ermordeten Präsidenten Achmed Kadirow gewählt. Kadirow war im Mai einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen. Wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien am Sonntag herrscht in Russland erhöhte Furcht vor Terroranschlägen. Der russische Uno-Botschafter Andrej Denisow erklärte in einer ersten Reaktion: "Wir werden sehen, ober es sich um Terrorismus handelt."

Das Flugzeug der Gesellschaft "Wolga-Aviaexpress" war gegen 18 Uhr mit 34 Passagieren und 8 Besatzungsmitgliedern vom Moskauer Flughafen Domodjedowo abgeflogen. Gegen 23 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ) verschwand die Maschine vom Radar der Fluglotsen. Augenzeugen berichteten, sie hätten eine Explosion gesehen, bevor das Flugzeug auf den Boden aufschlug.

Fast zeitgleich verlor die Flugüberwachung ein zweites Flugzeug des Typs TU 154 vom Bildschirm. Die Maschine der Fluggesellschaft "Sibir" sei mit 44 Passagieren auf dem Weg von Moskau an den Kurort Sotschi am Schwarzen Meer gewesen, berichtete das Ministerium für Katastrophenschutz. Der Kontakt sei abgebrochen, als sich die Maschine rund 140 Kilometer südlich der Stadt Rostow am Don befand. Kurz darauf wurde in der vermuteten Absturzregion ein Feuer entdeckt. Rostow liegt knapp 1000 Kilometer südlich von Moskau.

In Washington erklärte ein Sprecher des Außenministeriums: "Wir sind sehr besorgt über die Nachricht. Wir verfolgen die Entwicklung genau und halten uns auf dem Laufenden."

Anschlag auf Bushaltestelle

Bereits am frühen Abend waren bei der Explosion eines Sprengsatzes in Moskau drei Menschen verletzt worden. Nach Polizeiangaben ereignete sich die Detonation an einer Bushaltestelle der viel befahrenen Kaschirskoje-Chaussee im Südwesten der russischen Hauptstadt. Nach ersten Erkenntnissen von Experten sei die selbst gebastelte Bombe mit etwa 150 Gramm Sprengstoff und Metallteilen an einem Laternenpfosten befestigt gewesen, meldete die Agentur Interfax.