Russland Plutonium in der Garage versteckt
Moskau - Insgesamt 400 Gramm radioaktives Plutonium-238 hat der russische Wissenschaftler Leonid Grigorow nach Berichten der Nachrichtenagentur Itar-Tass den Behörden übergeben. Plutonium-238 eignet zum Bau von so genannten schmutzigen Bomben sowie - im Zusammenspiel mit anderen Stoffen - als nuklearer Sprengstoff.
Grigorow sagte, er habe das strahlende Gefahrgut in einem Müllhaufen in seinem Labor nahe der Grenze zu Kasachstan gefunden. Das Labor, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 geplündert worden war, sei irgendwann geschlossen worden und dann verwaist. Um das Plutonium vor Missbrauch zu schützen, habe er es acht Jahre lang in seiner Garage aufbewahrt, berichtete der Forscher: "Als Experte wusste ich, dass ich das Material verstecken musste, um tragische Folgen zu verhindern."
Als er davon gehört habe, dass eine Zeitung eine Belohnung für jeden biete, der Waffen abgebe, habe er sich entschieden, die Behälter der Polizei zu übergeben. Russland steht unter internationalem Druck zu verhindern, dass Atommaterial aus seinen riesigen nuklearen Arsenalen in die Hände von Extremisten gelangt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren viele Atomanlagen ungesichert geblieben.
Besonders die Vorstellung, Terroristen könnten an Atommaterial gelangen und eine schmutzige Bombe bauen, jagt vielen Sicherheitsexperten Angst ein. Derartige Bomben sind relativ leicht zu konstruieren. Sie bestehen aus konventionellem Sprengstoff, enthalten aber radioaktives Material, das bei einer Explosion verbreitet wird und große Gebiete verseuchen kann.