Russland Schweres Erdbeben erschüttert Sibirien
Moskau/Washington - Das Zentrum des Bebens habe etwa 200 Kilometer nordöstlich der Stadt Ilpyrski in einer Tiefe von 12,6 Kilometern gelegen, erklärten Seismologen. In der dünn besiedelten Gegend auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka leben etwa 2000 Menschen. Die meisten Einwohner seien mit dem Schrecken davongekommen, mehrere dutzend Menschen hätten allerdings kleinere Verletzungen erlitten. Todesfälle seien zunächst aber nicht bekannt geworden.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatten die nächtlichen Erdstöße eine Stärke von 7,7. Russischen Agenturmeldungen zufolge wurden in dem Fischerort Tilitschiki mehrere Gebäude beschädigt, darunter eine Schule, zwei Kindergärten und ein Krankenhaus. Die Stromversorgung und Telefonverbindungen seien unterbrochen.
"Es ist das größte Ereignis in dieser Gegend seit 1900", sagte der US-Seismologe A.B. Wade von US Geological Survey. "Etwa 2000 Menschen waren einer intensiven Erschütterung ausgesetzt", erklärte Wade. Hubschrauber wurden auf den Weg in die Region entsandt, um die Lage zu erkunden und Hilfe zu bringen.
Russlands Pazifikküste liegt am Rande einer tektonischen Platte und ist immer wieder Schauplatz von Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Weltweit ereignen sich pro Jahr nur rund 20 Erdbeben mit einer Stärke von 7 oder mehr.
Auch im Osten Japans zitterte der Boden. Bei dem Beben der Stärke 5,6 wurden drei Menschen verletzt. Das Zentrum des Bebens lag rund zehn Kilometer unter dem Meeresboden vor der Ostküste der Halbinsel Izu, rund 90 Kilometer südöstlich von Tokio.
hen/reuters/AP