Saarland: Vertauschte Babys zurück bei ihren Eltern - DER SPIEGEL
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Saarland Vertauschte Babys zurück bei ihren Eltern

Die beiden Babys, die im vergangenen Jahr irrtümlicherweise in einer Klinik in Saarlouis vertauscht wurden, sind zurück bei ihren leiblichen Eltern. "Es war sehr emotional", sagte einer der beiden Väter.
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Saarlouis - "Die Kinder sind gestern ihren leiblichen Eltern übergeben worden", sagte der Anwalt der Betroffenen, Egon Müller, in Saarbrücken. "Wir haben ein gemeinsames Wochenende mit der jungen Mutter des anderen Kindes verbracht und anschließend die Kinder getauscht", sagte der Vater eines der beiden kleinen Mädchen, Ralf Klos. "Es war sehr emotional", sagte Mutter Jeannine Klos. Das Elternpaar hatte sich bereiterklärt, vor Journalisten über die tragische Verwechslung zu sprechen. Ihre richtige Tochter haben die beiden erstmals Mitte Dezember gesehen. Die zweite betroffene Familie wollte sich nicht äußern.

Die 34-jährige Jeannine Klos glaubte von Anfang an nicht so recht, dass das kleine Mädchen in ihren Armen wirklich ihr Kind war. "Ich hatte wirklich Zweifel", sagte sie. "Ich bin dann sogar auf der Säuglingsstation umhergegangen und habe auch ein Baby gesehen, dass meinem Kind ähnlicher sah." Damals allerdings habe ihr die Zweifel keiner abgenommen. "Ich war sehr allein mit dieser Meinung. Jeder hat versucht, mich zu beruhigen." So hätten Ärzte und Schwestern ihr immer wieder gesagt, dass Neugeborene sich in den ersten Tage sehr verändern können. Groll gegen die Klinik, die sie schließlich ohne Zweifel verließ, hege sie aber nicht. "Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt. Es ist ein Fehler und Fehler passieren überall." Dennoch werde es rechtliche Schritte und Schadensersatzforderungen gegen die Klinik geben.

Obwohl die kleine Lina nun wieder zu Hause ist, wollen die jungen Paare weiter engen Kontakt halten. "Wir haben inzwischen ein enges Verhältnis", sagte Jeannine Klos. Kurz vor dem Tausch haben beide Familien ein gemeinsames Wochenende verbracht. "Die emotionale Bindung bleibt erhalten. Das war ja sieben Monate eigentlich unser Kind." Alle Beteiligten wollen sich regelmäßig und oft sehen.

Die beiden Babys waren nach ihrer Geburt im Sommer vergangenen Jahres in der St. Elisabeth-Klinik im saarländischen Saarlouis vertauscht worden. Erst durch einen Gentest Anfang Dezember wurde die Verwechslung bekannt. Nach Angaben der Klinik hatten vermutlich beide Babys zu gleicher Zeit beim Umziehen oder Baden ihr Erkennungs-Bändchen abgestreift. Die Bändchen waren dann vermutlich falsch zugeordnet worden.

Entdeckt worden war der Vorfall, als bei einem der Babys mit einem Gentest die Vaterschaft geklärt werden sollte. Dabei wurde festgestellt, dass weder der Vater noch die vermeintliche Mutter mit dem Mädchen verwandt sind.

jjc/ddp/dpa