Saddams Töchter Asyl in Großbritannien?
London - Die beiden älteren Töchter Saddams wollten dem "Zorn der befreiten Iraker entkommen" und planten daher ihr Leben im Exil, berichtet die "Sun" am Montag. Falls London die Asylbegehren ablehne, wollten Raghad, 35, und Rana, 33, in Ägypten, Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten ein neues Leben beginnen.
Die "Sun" berichtete über den einst ausschweifenden Lebensstil der Schwestern, die jetzt in "bescheidenen Umständen" lebten und für sich selbst kochen müssten. Nachdem London jedoch bereits eine angeblich geplante Asylanfrage des früheren irakischen Vizepräsidenten Tarik Asis strikt abgelehnt hatte, besteht dem Bericht zufolge für die Töchter des Despoten kaum Hoffnung, in Großbritannien aufgenommen zu werden.
Das britische Innenministerium hatte seinerzeit erklärt, die Regierung lehne Asylbegehren von Personen ab, die sich Menschenrechtsverstößen schuldig gemacht hätten. Das gelte ganz eindeutig für die Familie von Saddam Hussein.
Raghad war mit dem früheren Industrie- und Rüstungsminister General Hussein Kamil verheiratet, ihre jüngere Schwester Rana heiratete dessen Bruder Oberst Saddam Kamil Hassan. Beide Familien setzten sich im August 1995 in einer spektakulären Flucht nach Jordanien ab.
Im Frühjahr 1996 kehrten die beiden Schwiegersöhne mit ihren Familien in den Irak zurück, angeblich hatten sie von Saddam Hussein die Zusage, begnadigt zu werden. Beide Ehen wurden geschieden, die Männer wenig später ermordet. Auch zwei Enkelsöhne Saddams sollen bei dem Rachefeldzug gegen den Kamil-Clan getötet worden sein.