Sadisten-Prozess: Hohe Haftstrafen für Doppelmörder - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Sadisten-Prozess Hohe Haftstrafen für Doppelmörder

Das Urteil im Limburger "Sadisten-Prozess" ist gesprochen: Weil sie zwei 16-jährige Schülerinnen bei sadistischen Sexspielen umgebracht haben, müssen ein Maurer und seine Ehefrau für viele Jahre hinter Gitter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Limburg - Das Landgericht Limburg verurteilte den Hauptangeklagten Lutz K. zu 15 Jahren Haft und Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt. Dessen Ehefrau Monika K. hingegen muss eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Die Eheleute hatten vor achteinhalb Jahren die zwei 16-jährigen Schülerinnen Jasmin und Yvonne nach einem Discobesuch verschleppt, betäubt und sexuell gequält. Die beiden Mädchen waren an einer Überdosis Chloroform gestorben. Das Gericht erkannte auf gemeinschaftlich begangenen Mord.

Der 42 Jahre alte Lutz K. ist vermindert schuldfähig. Nach Angaben eines Gutachters leidet er unter einer "abartigen Geschlechtlichkeit". Die Verteidigung hatte auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert. Seine Frau hat Lutz K. nach Überzeugung des Gerichts dabei geholfen, die beiden 16-Jährigen an der Disco ins Auto zu locken. Die Verteidigung der Frau hatte zwölfeinhalb Jahre wegen Beihilfe zum Mord gefordert. Die 44-Jährige entschuldigte sich für die Tat: "Das, was ich getan habe, bereue ich sehr."

In seinem Schlusswort sagte Lutz K. zwar, der Tod der beiden Mädchen tue ihm Leid, entschuldigen wollte er sich aber nicht. Er sei der Meinung, "dass es keine Entschuldigung für ein Tötungsdelikt" gebe. Staatsanwalt Bernd Weiß warf er vor, "geistig auf der Strecke geblieben" zu sein. Weiß hatte zuvor gefordert: "Man müsste Sie für immer wegschließen."