Sahara-Drama Geiselnehmer fordern Millionensumme
Über einen Stammesführer gebe es Kontakt zwischen den Entführern und den Verhandlungsführern offizieller Stellen, berichtet ein n-tv-Reporter aus Mali. Er habe aus Diplomatenkreisen erfahren, dass die Kidnapper pro Geisel umgerechnet 4,6 Millionen Euro Lösegeld forderten. Die Bunderegierung stehe über den Unterhändler in direktem Kontakt mit den Entführern. Derzeit würde versucht, frische Nahrungsmittel und Wasser zu den in der Wüste gefangen gehaltenen Europäern zu bringen.
Nach Informationen des ZDF liegt die Lösegeldforderung deutlich unter dieser Summe. Es gebe zudem keine politischen Forderungen der Entführer, hieß es in der Nachrichtensendung "heute".
Auch der französische Radiosender France Internationale berichtet über Verhandlungen. Der Mittelsmann sei ein angesehener Tuareg-Stammesführer, der großen Einfluss in der Region habe.
Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass ein Video von den Entführten existiert. In der Aufnahme seien die neun deutschen, der niederländische und die vier Schweizer Gefangenen zu sehen. Sie übermittelten Botschaften an ihre Verwandten, hatte das ARD-Hauptstadtbüro gemeldet. Den Angaben zufolge sind die Verschleppten trotz der monatelangen Odyssee durch die Wüste in befriedigender Verfassung. Das Video sei in den vergangenen Tagen aus Mali nach Berlin übermittelt worden.
Die algerische Zeitung "al-Watan" hatte ebenfalls am Donnerstag berichtet, dass die 14 Geiseln am Leben seien. Allerdings werde es immer schwieriger, ausreichend Nahrung für sie zu finden. Das Blatt hatte sich dabei auf Angaben von Stammesführern aus der Stadt Kidal im Norden Malis berufen.
In der Gewalt der Entführer sind noch neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass eine 46 Jahre alte Augsburgerin die Strapazen des Geiseldramas nicht überlebt hat. Nach Angaben von Angehörigen starb sie vermutlich schon vor längerer Zeit an einem Hitzschlag.