Sahara-Geiseln Anführer der Kidnapper im Tschad gefasst
Karlsruhe - Der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sind Erkenntnisse übermittelt worden, wonach der mit Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Rädelsführer der Terrorgruppe und eine weitere Person festgesetzt worden seien, bestätigte eine Sprecherin gegenüber SPIEGEL ONLINE. Weitere Einzelheiten wollte sie nicht nennen.
Saifi soll sich nicht in den Händen staatlicher Behörden befinden, sondern einer tschadischen Rebellengruppe in die Hände gefallen sein, heißt es aus anderen Quellen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP sei Saifi mit neun Begleitern bereits im März nach einem kurzen Feuergefecht gefangengenommen worden. Das behauptete ein Sprecher der Rebellengruppe "Bewegung für Freiheit und Demokratie".
Amari Saifi gilt als einer der wichtigsten Männer der algerischen Salafisten, die für die Entführung von Deutschen und anderen Europäern in der Sahara verantwortlich sein sollen. Die islamistische Terrorgruppe "Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf" (GSPC) ist die aktivste militante Organisation des Landes.
Der frühere Fallschirmjäger Saifi, der sich von seinen Getreuen mit "Abderazak el Para" anreden lässt, soll 1991 aus der Armee desertiert sein. Er schloss sich zunächst der Bewaffneten Islamistischen Gruppe (GIA) an, wo er sich zum Spezialisten für ebenso überraschende wie grausame Vernichtungsschläge gegen Militär und Polizei entwickelte. Saifi folgte Hassan Hattab, als dieser sich von der GIA trennte und die GSPC ins Leben rief. Der Terrorgruppe werden Verbindungen zu al-Qaida nachgesagt. Saifi wurde zur rechten Hand Hattabs und übernahm das Kommando über den Osten Algeriens.
Das Verschwinden von 32 Sahara-Touristen hatte im vergangenen Jahr monatelang die Schlagzeilen beherrscht. Die verschleppten Touristen waren nach langwierigen Verhandlungen frei gekommen. Nach Medienberichten sollen rund 4,6 Millionen Euro Lösegeld geflossen sein. Eine Deutsche war an den Strapazen in der Wüste gestorben.