Sahara-Geiseln: Freilassung am Montag? - DER SPIEGEL
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Sahara-Geiseln Freilassung am Montag?

Die Freilassung der Sahara-Geiseln ist offenbar in greifbarer Nähe. Die Verhandlungen mit den Geiselnehmern seien in einer entscheidenden Phase, berichten mehrere Quellen. Offenbar ist Staatssekretär Chrobog bereits auf dem Weg nach Mali, um die Freigelassenen abzuholen.
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Bamako - In das Geiseldrama in der Wüste kommt Bewegung. Eine Luftwaffen-Maschine startete nach Angaben aus Luftfahrtkreisen in Bamako am Sonntagvormittag auf dem Flughafen Köln-Bonn mit Ziel auf den westafrikanischen Staat Mali. An Bord der Maschine soll sich der Staatssekretär im deutschen Außenministerium, Jürgen Chrobog, befinden. Bisher sind es nur Gerüchte, doch vieles spricht dafür, dass die Geiseln nach ihrer Freilassung mit der Armee-Maschine nach Deutschland gebracht werden sollen.

Dem Tower am Flughafen liegt laut Agenturberichten ein Flugplan vor, wonach die Luftwaffen-Maschine gegen 16.00 Uhr Ortszeit (18.00 MESZ) in Malis Hauptstadt Bamako landen soll. Staatssekretär Chrobog war zuletzt am Donnerstag in Bamako und hatte von einer entscheidenden Phase der Verhandlungen gesprochen. Er hatte dabei eine rasche Lösung des knapp halbjähriges Dramas in Aussicht gestellt.

Die "Bild am Sonntag" hatte zuvor berichtet, die anstehende mögliche Freilassung sei in Bamako, der Hauptstadt Malis, zu erfahren gewesen. Am Samstag sein erneut einer der Vermittler in das Gebiet gereist, in dem die Geiseln vermutet werden.

Bereits am Freitag hatte es in staatlichen Kreisen des westafrikanischen Landes geheißen, die 14 Touristen könnten in dieser Woche freigelassen werden. Die Geiseln - neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer - befinden sich vermutlich in der Gewalt einer radikal-islamischen Gruppe.

Auch eine Äußerung der stellvertretenden Parlamentspräsidentin von Mali vom Sonntag wies auf ein baldiges Ende des mehrmonatigen Geiseldramas hin. "Wenn wir die Sicherheit der Geiselnehmer garantieren, bin ich sicher, dass sie angesichts des Drucks nachgeben werden", sagte Djeneba Cisse im französischen Fernsehen.

Das Auswärtige Amt wollte den Bericht der "Bild am Sonntag" und auch die anderen Meldungen nicht kommentieren. Dies geschehe im Interesse des Sicherheit der 14 Entführten, sagte eine Ministeriumssprecherin. Das Ministerium hatte wiederholt gebeten, keine Details über die Verhandlungen in der Wüste zu veröffentlichen. Auch die Außenministerien der Schweiz und der Niederlande gaben keine Stellungnahme ab.

Die Geiselnehmer hatten zunächst insgesamt 32 europäische Sahara-Touristen entführt. Mitte Mai hatte das algerische Militär 17 der Urlauber, darunter sechs Deutsche und zehn Österreicher, gewaltsam befreit. Eine deutsche Geisel war Ende Juni an einem Hitzschlag gestorben.