Sahara-Geiseln Gleichzeitige Freilassung erwartet
Bamako - So will die aus Algerien stammende radikal-islamische Splittergruppe auch Zusagen der Behörden ihrer Heimat haben, dass sie nach der Freilassung der Geiseln nicht angegriffen werde.
Die Freilassung soll auf malischem Gebiet stattfinden, berichtet die malische Wochenzeitung "Le Telegraphe". Die Entführer seien der Ansicht, "der Ball sei nun im Lager der deutschen Behörden".
Bundesregierung will sich nicht an Spekulation beteiligen
Am Vortag war der Staatssekretär im deutschen Außenministerium, Jürgen Chrobog, in den westafrikanischen Staat entsandt worden. Nach einer Unterredung mit der malischen Staatsführung sprach Chrobog von einer "entscheidenden Phase" der Verhandlungen und stellte eine baldige Lösung in Aussicht.
Er war zuvor in Algerien, wo er sich ebenfalls mit der dortigen Staatsführung über den Stand der Vermittlungsbemühungen in der knapp sechsmonatigen Affäre ausgetauscht hatte. Details der immer wieder von Gerüchten umgebenen Verhandlungen nannte er aber nicht. Alle beteiligten Behörden haben eine strikte Nachrichtensperre verhängt.
Die Bundesregierung will sich auch weiterhin nicht an Spekulationen über die Freilassung der Geiseln beteiligen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte am Freitag in Berlin, inzwischen sei der Leiter des Krisenstabs, Chrobog, wieder aus Algerien und Mali zurück. Einzelheiten der Gespräche wurden nicht genannt. Auch werde die Bundesregierung "nicht über konkrete Zeiträume" für die Freilassung spekulieren.
Insgesamt halten die Kidnapper 14 Touristen aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden gefangen, die ihnen gemeinsam mit weiteren Europäern im algerischen Teil der Sahara in die Hände gefallen waren. 17 Geiseln wurden in Algerien befreit, eine Geisel starb an Hitzschlag in der Wüste. Mit den restlichen Geiseln war die Kidnapper-Gruppe in den malischen Teil der Wüste geflohen, wo sie seitdem in der Bergregion um Kidal im Norden des Landes lokalisiert wurde.