Sahara-Geiseln Verhandlungen offenbar festgefahren
Algier - Algerische Zeitungen berichteten am Dienstag, die Verhandlungen über eine Freilassung der 15 Europäer steckten in einer Sackgasse. "Le Quotidien d'Oran" schrieb außerdem von Meinungsverschiedenheiten zwischen der algerischen und der deutschen Regierung. Dabei gehe es um das weitere Vorgehen zur Befreiung der Geiseln, unter denen zehn Deutsche sind. Auch hätten die später dementierten Berichte vom Montag über eine Befreiungsaktion dazu geführt, einen Angriff auf die Entführer 150 Kilomter von Illizi im Süden Algeriens zu verschieben.
Die Zeitung "al-Watan" in Algier spekulierte am Dienstag über einen angeblich bevorstehenden Sturmangriff. Das Blatt erläuterte aber, man wisse wenig, "außer, dass sich etwas zusammenbraut". Spezialeinheiten seien zwar vor Ort, doch scheine das Wetter eine Operation zu verzögern.
"Die Deutschen befürworten die Zahlung eines Lösegelds und wollen um jeden Preis an jeder Entscheidung über das von den Algeriern gewählte Vorgehen beteiligt sein", schreibt "Le Quotidien d'Oran". Das Blatt berichtete weiter, die deutsche Seite sei von der ersten gewaltsamen Befreiungsaktion vor einer Woche überrascht worden und wolle keine weitere riskante Militäroperation, die das Leben der Geiseln gefährden könnte. Neben den zehn Deutschen werden vier Schweizer und ein Niederländer vermisst.