Sam Roddick - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Sam Roddick

Die 30-jährige Engländerin über ihren Londoner Sexshop »Coco de Mer«
• aus DER SPIEGEL 3/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Ihre Mutter gründete die Body-Shop-Kette. Sie haben gerade eine andere Art Body-Shop eröffnet - eine Sexboutique für gehobene Ansprüche. Dort verkaufen Sie auch eine mit Edelsteinen besetzte Peitsche. Ist so etwas eine Marktlücke?

Roddick: Eines weiß ich sicher: dass Frauen wie Männer meinen Laden brauchen. Männer wollen ohne Schuldgefühle sagen können, hey, es ist in Ordnung, ich bin kein sexgeiles Schwein; Frauen finden hier etwas, was ihrer Sexualität gerecht wird.

SPIEGEL: Hat Schuld nicht immer auch etwas Lustvolles?

Roddick: Ich glaube nicht, dass Schuld die Lust ankurbelt, sondern Tabus. Ich liebe Tabus, es gibt kaum was Besseres. Die wollen wir mit diesem Laden pflegen.

SPIEGEL: Was sind bisher Ihre Bestseller?

Roddick: Unsere Seidenhöschen mit Öffnung im Schritt waren nach einer Woche ausverkauft. Auch die G-Punkt-Stimulatoren laufen gut, besonders bei den männlichen Kunden. Ebenso die Ruby Sunrise Cream, eine Klimaxcreme für die Klitoris.

SPIEGEL: Was ist an Ihren Produkten anders als an denen von Beate Uhse?

Roddick: Bei uns ist alles aus reiner Natur. Normale Vibratoren enthalten hochgiftige Stoffe. Unsere Dildos dagegen sind aus Naturlatex - sogar Allergie-getestet. Natürlich haben sich die Kunden von Sexshops bisher nie beschwert, weil sie ja zugeben müssten, so was zu Hause zu haben.

SPIEGEL: Haben Sie Marktforschung betrieben?

Roddick: Ich habe mich mit Freunden ganz oft über Sex unterhalten und darüber, was uns antörnt. Sogar unsere Mütter konnten es kaum abwarten, darüber zu sprechen. Sie haben ja auch viel mehr Erfahrung. Meine Großmutter hat auch mitgemacht - und die ist 86.

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