São Paolo: Schon wieder Flug-Probleme in Brasilien - DER SPIEGEL
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São Paolo Schon wieder Flug-Probleme in Brasilien

Die brasilianischen Behörden haben die Black Box des verunglückten Flugzeuges entdeckt. Sie soll Hinweise auf die Unfallursache liefern. Vorige Nacht kam es wegen eines Radarfehlers zu Notlandungen - mehrere Maschinen wurden in die USA umgeleitet.
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São Paulo - Das Gerät, das vor dem Absturz die Cockpit-Gespräche aufgezeichnet hat, sei in gutem Zustand. Bei der Aufklärung des Unglücks vom Dienstag werde es sicher helfen, sagte Luftwaffengeneral Jorge Kersull Filho. Die Black Box sei der Fluggesellschaft TAM übergeben worden, die es zur Auswertung nach Washington gesandt habe.

Die brasilianischen Behörden hatten bereits zwei Geräte nach Washington geschickt, die sie für die beiden Black Boxes hielten - Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder. Bei letzterem habe es sich aber lediglich um ein normales Aufnahmegerät gehandelt, sagte Kersull.

Der Airbus A320 der Fluglinie TAM war am Dienstagabend (Ortszeit) bei der Landung von der regennassen Piste abgekommen und in ein Lagerhaus der Fluglinie gerast. Dabei starben alle 187 Insassen der Maschine sowie mehrere Menschen am Boden.

Nach dieser Katastrophe hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verbesserte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. So soll innerhalb der nächsten 90 Tage über den Standort für einen neuen Flughafen in Sao Paulo entschieden werden.

Erneute Probleme gab es in der Nacht zu Samstag: Wegen eines Radarfehlers über dem Amazonas-Becken wurden mehrere Flugzeuge in die Vereinigten Staaten umgeleitet. Betroffen waren nach Angaben das Flughafens von Miami mindestens vier Maschinen von American Airlines (AA), die nach Sao Paulo und Rio de Janeiro unterwegs waren. Sie kehrten nach Miami zurück. Zwei AA-Flugzeuge auf der entgegengesetzten Route von Sao Paulo nach Miami mussten in der Dschungel-Stadt Manaus notlanden. Nach einigen Stunden sei das Problem behoben worden, beteuerte die brasilianische Flughafenbehörde Infraero.

Lula da Silva räumte ein, dass es Probleme im brasilianischen Luftverkehr gebe - trotz aller Investitionen, die in den Ausbau und die Modernisierung der Flughäfen gesteckt worden seien. "Das größte Problem heute ist die exzessive Konzentration von Flügen nach Congonhas", sagte der Präsident. Er kündigte eine Reihe Sofortmaßnahmen an. So werde die Zahl der Flüge dorthin sowie das Gewicht der den Flughafen benutzenden Maschinen begrenzt.

Die Luftfahrtbehörde erließ zehn konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des Flugverkehrs von und nach Congonhas, darunter auch das Verbot von Charter- und Frachtflügen. Den Fluggesellschaften wurde 60 Tage Zeit gegeben, den Flughafen nicht länger als Knoten für Anschlussflüge zu nutzen.

esp/AFP/AP