São Paulo Tote und Verletzte beim Einsturz einer Kirche
São Paulo - Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, brach das Dach der Kirche im südlichen Stadtteil Cambuci während des Gottesdienstes zusammen. Die Feuerwehr ging davon aus, dass sich zum Zeitpunkt des Unglücks mehrere hundert Gläubige in der Kirche Cristiana Apostólica Renacer en Cristo aufhielten, die Kirchenleitung hingegen sprach von rund 60 Anwesenden.
Eingestürzte Kirche in São Paulo: Unklar, wie viele Menschen da waren
Foto: DPARund 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sie suchten am Abend im Scheinwerferlicht nach Verschütteten. Die apostolische Kirche in Cambuci wurde im Dezember 2005 durch die dort zelebrierte Hochzeit des Fußballstars Kaká weithin bekannt.
Wie brasilianische Medien berichteten, wurden bei dem Unglück sieben Menschen getötet und mindestens 57 weitere zum Teil schwer verletzt. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen "Tempel" der zu Pfingstbewegung zählenden umstrittenen Religionsgemeinschaft "Wiedergeburt in Christus".
Unklar ist, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Unglücks am Sonntag um kurz vor 19 Uhr im Innern des Gebäudes aufhielten. Augenzeugen berichteten, es seien mindestens 150 Menschen in dem Gebäude gewesen. Die Feuerwehr spricht von bis zu 500 Menschen.
Insgesamt bietet die Kirche, die der internationale Hauptsitz der Pfingstgemeinde ist und früher ein Kino war, Platz für etwa 2000 Gläubige. Die Feuerwehr vermutet weitere Opfer in den Trümmern. Der Unglücksort ist weiträumig abgesperrt. Rund 30 Löschzüge der Feuerwehr sind noch immer im Einsatz.
Prominentestes Mitglied der Gemeinschaft ist der brasilianische Star-Fußballer Kaká, der 2005 in dieser Kirche seine langjährige Freundin Caroline heiratete. Die Freikirche gilt als zweitgrößte Pfingstgemeinde Brasiliens. Sie hat weltweit Millionen Anhänger und verfügt über mehr als 1500 Gotteshäuser unter anderem in den USA, Argentinien und Spanien.
Die Kirchengründer, der Ex-Manager und heutige "Apostel" Estevam Hernandes und seine Frau "Bischöfin" Sonia sitzen derzeit in Florida im Gefängnis. Dort waren sie im Januar 2007 festgenommen worden. Sie hatten versucht, rund 56.000 Dollar in die USA zu schmuggeln und das Geld unter anderem im doppelten Boden einer Bibel versteckt.
Brasilien, wo die Gemeinde ein Medienimperium mit eigenen Radio- und Fernsehsendern unterhält, bemüht sich um Auslieferung.
Die brasilianischen Behörden werfen dem Paar Geldwäsche in einer kriminellen Organisation vor. Sie sollen seit Gründung der Kirche ein Millionen-Vermögen angehäuft haben.