SARS-Infektionen: Kanadische Polizei isoliert Verdächtige - DER SPIEGEL
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SARS-Infektionen Kanadische Polizei isoliert Verdächtige

Nach der schnellen Ausbreitung der mysteriösen Lungenkrankheit SARS in Kanada greifen die Behörden nun härter durch: Erstmals wurde die Polizei eingeschaltet, um verdächtige Personen in Quarantäne zu zwingen. Inzwischen wurden im Großraum Toronto rund 2500 Menschen isoliert. Unterdessen werden aus Japan 14 Verdachtsfälle gemeldet.
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Toronto - Zwei Einwohner der am schwersten von der gefährlichen Lungenkrankheit betroffenen Stadt Toronto wurden am Mittwoch von Polizeibeamten zur Einhaltung der Quarantäne-Vorschriften gezwungen, berichtete die Zeitung "Globe and Mail" in ihrer Online-Ausgabe.

Eine der beiden Personen, die zuvor von Medizinern als "Verdachtsfälle" eingestuft worden waren, wurde in ihre Wohnung gebracht und dort unter Strafandrohung aufgefordert, die nächsten zehn Tage nicht auf die Straße zu gehen. Ein weiterer Mensch sei in eine Isolierstation eingewiesen worden.

Mehr als 2500 Menschen im Großraum Toronto, die möglicherweise mit dem SARS-Erreger in Berührung kamen, haben sich nach Behördenangaben in den letzten Tagen freiwillig in Quarantäne begeben. Sechs Kanadier sind bislang an SARS gestorben.

Zwangsmaßnahmen hatten vor einigen Tagen bereits die Behörden in Hongkong ergriffen. Dort wurde ein ganzer Wohnkomplex unter Quarantäne gestellt. Anschließend wurden die Bewohner in einem Lager interniert, wo sie von der Außenwelt abgeschirmt sind. Inzwischen wurden Priester in der Millionenstadt aufgerufen, Hostien beim Abendmahl nicht mehr in den Mund der Gläubigen, sondern nur noch in die Hand zu legen. Das öffentliche Leben in Hongkong ist bereits durch SARS teilweise lahm gelegt.

Inzwischen hat auch Japan eine Reisewarnung für Hongkong und die südchinesische Provinz Guangdong angekündigt. Darauf hätten sich das Gesundheits- und das Außenministerium in Tokio am Mittwoch verständigt, nachdem bereits die Weltgesundheitsorganisation von Reisen in die Region abgeraten habe, sagte der stellvertretende japanische Außenminister Toshimitsu Motegi am Donnerstag.

Am Donnerstag wurden aus Japan neue SARS-Verdachtsfälle gemeldet. Nach amtlichen Angaben wird bei 14 Menschen eine Infektion mit der Lungenkrankheit befürchtet. Wie Regierungssprecher Yasuo Fukuda am Donnerstag mitteilte, zeigten 11 der betroffenen Personen Symptome wie hohes Fieber und Kurzatmigkeit. Sie seien in den vergangenen zehn Tagen in von SARS betroffenen Regionen gereist oder hätten Kontakt zu SARS-Patienten gehabt. Bereits im vergangenen Monat waren aus Japan sieben Verdachtsfälle gemeldet worden, später wurde jedoch Entwarnung gegeben.

Bislang starben nach Angaben der WHO weltweit mindestens 78 Menschen, mehr als 2200 erkrankten daran.

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