Scheich Mohammed: US-Verhöre mit "jedem möglichen Druck" - DER SPIEGEL
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Scheich Mohammed US-Verhöre mit "jedem möglichen Druck"

Die amerikanische Regierung feiert die Verhaftung des mutmaßlichen hohen Terroristenführers Chalid Scheich Mohammed. Die Ermittler gehen davon aus, dass ihnen ein wahrer Schatz von Informationen in die Hände gefallen ist. Den versuchen sie nun mit größtmöglichem Druck aus ihm herauszubekommen.
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Washington/Islamabad - Im Unterschlupf des Bin-Laden-Stellvertreters in der pakistanischen Stadt Rawalpindi sind nach Informationen des Nachrichtensenders CNN Namen möglicher al-Qaida-Mitglieder gefunden worden. Darunter befänden sich einige, die sich in Washington und anderen amerikanischen Städten aufhalten könnten.

US-Präsident George W. Bush sei Pakistan für die Hilfe bei der Festnahme am vergangenen Samstag zutiefst dankbar, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am Montag (Ortszeit) in Washington. US-Außenminister Colin Powell sprach Pakistans Staatschef Pervez Musharraf bereits am Sonntag telefonisch seinen Dank aus. "Das ist die bisher bedeutendste Festnahme eines al-Qaida-Führers und ein sehr wichtiger Sieg gegen den Terrorismus", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher.

Die ersten Verhöre hätten bereits einige Hinweise auf andere al-Qaida-Kämpfer erbracht, die sich in Pakistan versteckt hielten, sagte der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Aziz Ahmed Khan. Ob darunter auch Osama bin Laden selbst ist, war unbekannt. Bei der Vernehmung des mutmaßlichen Terroristenführers werde "jeder mögliche Druck" angewendet, um ihm Informationen über geplante Terroranschläge zu entlocken, sagte ein US-Geheimdienstbeamter dem Fernsehsender CNN.

Mohammed wird beschuldigt, an zahlreichen Terroranschlägen gegen die USA beteiligt gewesen zu sein, darunter die vom 11. September 2001. Er soll auch Drahtzieher des Anschlags auf eine Synagoge auf Djerba in Tunesien am 11. April 2002 sein, bei der 19 Touristen, darunter 14 Deutsche, ums Leben kamen.