Scherenattacke Schäuble entging offenbar neuem Attentat
Kirchheim/Teck - Der Zwischenfall hatte sich am Mittwoch nachmittag bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Marktplatz von Kirchheim im Kreis Esslingen ereignet. Laut Polizeibericht vom Donnerstag erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen Verdachts des versuchten Totschlags. Der Mann wurde in die Haftanstalt Stuttgart-Stammheim eingeliefert.
Der Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Eckhard Maak, berichtete, der 30-Jährige wohne in Kirchheim und sei bisher nur wegen verbaler Aggressionen gegen Nachbarn und andere Personen aufgefallen, jedoch nicht durch Gewalttätigkeit oder politische Aktivitäten. Details über ihn sind bislang nicht bekannt. In ersten Vernehmungen habe er sich nicht zu dem Vorfall geäußert.
Schäuble und die übrigen Teilnehmer einer Podiumsdiskussion hätten von dem Vorgang nichts mitbekommen, hieß es. Laut Maak wurden Polizeibeamte aufmerksam, als sich der Mann dem Podium näherte, und folgten ihm. Dann habe ein Rotkreuzhelfer gerufen: "Der hat ein Messer." Der Mann wurde fünf Meter vor der Bühne gestoppt. Der Gegenstand in seiner Hand entpuppte sich als Geflügelschere.
Maak betonte, der Mann sei bereits vor dem äußeren Sicherheitskreis um Schäuble aufgehalten worden. Der Politiker sei von Polizeibeamten abgeschirmt gewesen, zudem sei er stets in Begleitung von Leibwächtern.
Schäuble gehört dem Präsidium der CDU an, deren Vorsitzender er früher war. Im Oktober 1990, als er Bundesinnenminister war, wurde er von einem geistig verwirrten Mann mit zwei Schüssen am Hals verletzt. Er ist seitdem querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Der Täter wurde später in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.