Schiffshavarie bei Köln: Container mit Chemikalien aus Rhein geborgen - DER SPIEGEL
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Schiffshavarie bei Köln Container mit Chemikalien aus Rhein geborgen

Nach dem Schiffsunfall bei Köln sind inzwischen sechs der 32 über Bord gegangenen Container geborgen worden. Mindestens einer von ihnen enthielt giftige Chemikalien, die nach Angaben der Feuerwehr jedoch nicht ins Wasser gelangt sind. Nach der Havarie stauen sich Hunderte Schiffe auf dem Rhein.
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Köln - Die Chemikalien seien nicht aus dem Gefahrgutcontainer ausgelaufen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Behälter habe 68 Fässer mit je 200 Litern Beiz- und Gerbmittel enthalten. "Keines der Fässer war beschädigt. Die Ladung war sehr gut gesichert", so der Sprecher. Wie viele Container im Laufe des Tages noch geborgen werden könnten, sei nicht abzuschätzen. Der Rhein werde aber für die Schifffahrt wie angekündigt auf einer Strecke von rund 20 Kilometern mindestens bis Freitag gesperrt bleiben.

Nach der Havarie des Binnenschiffes "Excelsior" am Sonntag stauen sich Hunderte Schiffe auf dem Rhein. Ursache des Unglücks war möglicherweise ein Riss im Rumpf des Containerschiffes. Bei dem Unfall waren nach neuesten Erkenntnissen 32 Container über Bord gegangen - und damit einer mehr als bislang angenommen.

"Wir gehen davon aus, dass noch ein weiterer Behälter ohne Ladung über Bord gegangen ist, von dem bislang niemand wusste", sagte eine Sprecherin der Behörde. Insgesamt waren in der Nacht 52 Feuerwehrleute, 39 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) sowie 6 Angehörige der Bayer-Werksfeuerwehr im Einsatz.

Die weiteren Bergungsarbeiten konzentrieren sich nun zunächst auf einen weiteren Gefahrgutcontainer in Ufernähe sowie auf die Behälter, die in der Fahrrinne gesunkenen sind und die Schifffahrt behindern. Seit heute ist ein zusätzliches Hebegerät im Einsatz, so dass nun mit vier schweren Geräten an zwei verschiedenen Einsatzorten gearbeiten werden kann. Die Bergearbeiten gestalten sich dort besonders schwierig, wo die tonnenschweren Container im Fahrwasser liegen und von Wasserlasten befreit werden müssen. Zudem werden Peilschiffe zur weiteren Beobachtung der im Wasser liegenden Container eingesetzt.

Jeden Tag werden rund 2900 Container auf dem Rhein transportiert. Im vergangenen Jahr waren es mehr als eine Million, die zwischen Rheinfelden an der Schweizer Grenze und Emmerich an der niederländischen Grenze befördert wurden. Damit entfallen auf den Rhein nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 80 Prozent der Containertransporte der Binnenschifffahrt in Deutschland.

jto/Reuters/dpa