Schiffsunglück: Schweröl bedroht dänische Strände - DER SPIEGEL
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Schiffsunglück Schweröl bedroht dänische Strände

Das bei der Kollision des Tankers "Baltic Carrier" mit dem Zuckerfrachter "Tern" ausgelaufene Öl treibt weg vom deutschen Naturschutzgebiet Darß und der Insel Rügen, auf die dänische Küste zu. Behörden befürchten eine der größten Küstenverschmutzungen in der Geschichte des Landes.
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Stralsund - Den dänischen Inseln Moen und Falster droht eine Verunreinigung der Strände durch Schweröl. Die Besatzungen von Aufklärungsflugzeugen berichteten von mehreren Ölteppichen in einer Gesamtausdehnung von 15 Seemeilen. Bei stürmischer See mit Windspitzen neun treibe dickflüssiges Öl in Richtung Nordwesten, teilte die dänische Seenotleitung mit.

An den dänischen Küstenabschnitten, wo in den Abendstunden das Anschwemmen dicker Ölklumpen erwartet wurde, sei Ölalarm ausgelöst worden.

Stürmische See

Nach Einschätzung des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stralsund war in der stürmischen See eine Ölbekämpfung nicht möglich. Vier dänische Spezialschiffe sowie das deutsche Ölbekämpfungsschiff "Scharhörn" seien am Havarie-Ort. Die dänische Seite habe die Koordinierung übernommen, sagte Amtschef Falk Meyer. Experten einer niederländischen Havariefirma seien unterwegs, um an Bord des Havaristen Vorkehrungen gegen einen weiteren Ölaustritt zu treffen. Bei bis zu vier Meter hohem Wellengang sei ein Abpumpen des Öls aus den Tanks oder ein Abschleppen des Tankers derzeit nicht möglich.

Nach Angaben des Tankerkapitäns liefen etwa 1900 Tonnen Öl ins Meer. Der Ölaustritt sei inzwischen gestoppt. Die Kollision ist wahrscheinlich auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Die Besatzungen eines deutschen Marinefliegers und eines dänischen Aufklärungshubschraubers berichteten von mehreren Ölteppichen in einer Gesamtausdehnung von 15 Seemeilen (knapp 29 Kilometer). Die deutsche Sonderstelle des Bundes zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen dagegen gibt Entwarnung: Die Insel Rügen sowie die Küstengewässer vor der Halbinsel Darß seien derzeit nicht bedroht.

Der Zusammenstoß eines Öltankers mit einem Frachter ereignete sich etwa 13 Seemeilen (knapp 25 Kilometer) nördlich der Halbinsel Darß in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt sei der Tanker mit 35.000 Tonnen Heizöl beladen gewesen, hieß es. Die Unglücksursache ist noch unklar.

Unterdessen wird der Ruf nach sofortigen verschärften Sicherheitsvorkehrungen in der südlichen Ostsee immer lauter. Während sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Wolfgang Methling (PDS) für eine stärkere Überwachung aussprach, warf die CDU-Opposition Land und Bund Untätigkeit vor. Die internationale Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) forderte den Aufbau einer zentralen Radarüberwachungsstation.