Schlamassel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 82 / 139
Foto: Axel Heimken / AFP

Wacken Open Air Schlamassel

03.08.2023
• aus SPIEGEL Chronik 1/2023

Heaven Shall Burn, Pentagram, Two Steps From Hell: Dass die Besucher des Heavy-Metal-Festivals Wacken Open Air den Pakt mit dem Teufel nicht scheuen, ergibt sich schon aus den Bandnamen. In diesem Jahr hält der Wettergott jedoch mit aller Kraft dagegen: Starkregen und Gewitter verwandeln das Gelände im Westen Schleswig-Holsteins bereits Tage vorher in eine Schlammwüste. Zuwege werden gesperrt, Besucher stehen stundenlang im Stau, Traktoren ziehen Autos durch den Matsch. Sogar eine komplette Absage des Festivals scheint plötzlich möglich.

Schließlich verhängen die Veranstalter kurz vor dem Start einen Einlassstopp, Tausende Fans müssen ihre Anreise abbrechen. Statt der geplanten 85.000 Fans kommen nur 61.000 auf das Gelände. Dann spielt die britische Band Iron Maiden vor Zehntausenden, der Regen hört auf – und das Schlamassel ist schlagartig vergessen.

Wer bei der »matschbedingten Rückverwandlung des Menschen in einen exkrementfarbenen Lemuren« in Wacken dabei gewesen ist, so heißt es in einem SPIEGEL-Kommentar, »wird Veteran sein«. Auch schreibe das Festival in der norddeutschen Provinz nun endgültig Rockgeschichte: »Schon Woodstock war eine kolossale Sauerei. Bilder eines sonnigen Großpicknicks wären wohl kaum um die Welt gegangen.«

Zur Ausgabe
Artikel 82 / 139