Schlammlawine Rettungskräfte hören Klopfgeräusche
Guinsaugon - Ein Vertreter der Rettungskräfte sagte, mit Spezialgeräten habe man klopfende und schabende Geräusche gehört. Es sei möglich, dass das Gebäude nicht mit voller Wucht von der Schlammlawine getroffen worden sei und dass deshalb noch Lücken mit Atemluft vorhanden seien. "Die Chancen stehen sehr schlecht, aber es gibt sie noch", sagte der Sprecher.
Ein Behördenvertreter verwies auf einen Erdrutsch, der sich 2004 in der Provinz Quezon ereignete und fast 2000 Menschen tötete. Auch damals seien noch nach zehn Tagen Überlebende aus dem Schlamm gezogen worden, sagte der Mann. Angehörige hatten am Samstag berichtet, sie hätten noch in den frühen Morgenstunden SMS-Botschaften von im Schulgebäude eingeschlossenen Kindern erhalten. Demnach sei es den Kindern und ihren Lehrern noch rechtzeitig gelungen, die Fenster und Türen zu schließen, sagte die Gouverneurin der Provinz, Rosette Lerias.
Naturkatastrophe: Gewaltiger Bergsturz begrub ganze Dörfer
Dutzende Rettungskräfte, unter ihnen 30 Soldaten der US-Marine, sind an der Unglücksstelle im Einsatz. Sie bereiteten sich darauf vor, einen Tunnel in die Erdmassen zu bohren, um sich Zugang zu der Schule und dem ehemaligen Festsaal des Dorfes zu verschaffen. Allein in der Schule befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks Schätzungen zufolge mehr als 240 Menschen. Offiziellen Angaben zufolge werden derzeit noch mehr als 900 Menschen vermisst. 72 Tote wurden bislang geborgen.
Einige Lokalpolitiker hatten kurz nach der Katastrophe die Zahl der möglichen Opfer mit bis zu 3000 beziffert. Später war diese Zahl jedoch wieder korrigiert worden.
rom/AFP