Schlammschlacht um Elián Verwandte werfen Vater Misshandlungen vor
Die in den USA lebenden Verwandten warfen dem Vater am Samstag vor, er habe Eliáns Mutter so misshandelt, dass sie ins Krankenhaus musste. Sie legten dazu die eidesstattliche Erklärung eines Mannes vor, der wie Elián die Flucht aus Kuba nach Miami überlebt hatte. Die Mutter des Jungen war auf der Überfahrt ertrunken.
Den späten Zeitpunkt der Beschuldigung erklärten die Exil-Kubaner damit, dass der Mann Angst gehabt habe, sich zu melden. Die US-Einwanderungsbehörde hat bisher Juan Miguel Gonzalez als guten und liebevollen Vater beschrieben und nach eigenen Angaben keine Anhaltspunkte für ein gewalttätiges Verhalten gefunden.
Mit dem Vorwurf wollen die Verwandten erreichen, dass der Sechsjährige in den USA bleiben kann und nicht - wie von der US-Regierung angeordnet - an seinen Vater zurückgegeben wird. Vor einem Bundesgericht in Washington forderten sie auch, die Rückkehr des Jungen nach Kuba zu verhindern, solange die US-Regierung nicht den Schutz von Eliáns Menschenrechten garantieren könne.
Das Justizministerium wies die Verwandten in einem Schreiben am Freitag darauf hin, dass sie "keine rechtliche Basis" mehr habe, den Jungen festzuhalten. Es bot aber an, dass Elián bis zur gerichtlichen Klärung in den USA bleiben könne. Voraussetzung dafür sei allerdings seine sofortige Übergabe an den Vater, der sich in Washington aufhält.
Die Verwandten hielten dagegen, dass Elián durch eine sofortige Übergabe seelischen Schaden erleiden würde. Sie boten ein Treffen unter der Bedingung an, dass der Vater nach Florida kommt und die Begegnung in der Nähe Miamis stattfindet.