Schmuggel USA verhängen Importverbot für Blutdiamanten
Washington - Sie sind klein, wertvoll und kosten unzähligen Menschen das Leben: Viele der Diamanten, die in den Auslagen in Paris, New York und Rom funkeln, sind auf einer Blutspur in die Juweliergeschäfte gelangt. Als Blutdiamanten werden Rohdiamanten bezeichnet, mit denen Kriege oder Terror in den westafrikanischen Krisengebieten Liberia, Angola oder Sierra Leone finanziert werden.
Winzig klein und leicht zu verstecken sind die Edelsteine ein Zahlungsmittel für Waffen und Armeen, das kaum Spuren hinterlässt. So wird dem Staatschef von Liberia, Charles Taylor, unter anderem vorgeworfen, den Bürgerkrieg im Nachbarland Sierra Leone zu schüren, indem er den dortigen RUF-Rebellen beim Handel mit Blutdiamanten half.
Die USA sind der weltweit größte Importeur von Diamanten. Die Diamantenindustrie schätzt, dass rund drei Prozent der auf dem Weltmarkt gehandelten Steine aus illegalen Förderungen stammt. Die britische Nichtregierungsorganisation "Global Witness" hingegen hält eine Zahl von 15 Prozent für realistisch.
Ein von der EU bereits im Vorjahr angenommenes international gültiges Kennzeichnungssystem soll eigentlich verhindern, dass illegal geförderte Steine auf den Markt kommen. Vertreter von Diamantenindustrie, Menschenrechtsgruppen und Regierungen hatten sich im so genannten Kimberley-Prozess darauf verständigt, dass beim Handel mit Rohdiamanten die Herkunft der Steine bescheinigt werden muss.