Wetter: Schnee auf dem Brocken
Mieses Wetter Kalt erwischt im Mai
Hamburg - In einer Woche beginnt für die Meteorologen der Sommer, doch zu spüren ist davon nichts - vor allem auf dem Brocken, dem höchsten Berg in Norddeutschland. Seit Donnerstagabend hat es dort geschneit. Bäume und Bierbänke sind von Schnee bedeckt.
Inzwischen liege dort eine 13 Zentimeter hohe Schneedecke, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die Temperaturen betrugen am Freitagmorgen zwischen minus zwei und minus vier Grad. Das ist laut DWD für diese Zeit im Mai auf dem rund 1140 Meter hohen Berg im Harz jedoch nicht ungewöhnlich. Und lange wird der Schnee wohl auch nicht liegenbleiben. Für das Wochenende werde Regen erwartet, so die Prognose der Wetterforscher.
Auch in den Höhenlagen anderer Mittelgebirge und in der Alpenregion registrierten die Meteorologen in der vergangenen Nacht Schneeschauer. Auf dem Feldberg im Schwarzwald (1493 Meter hoch) und in Immenstadt im Allgäu (auf 960 Meter Höhe) blieb laut DWD ein Zentimeter Schnee liegen. Auf der Wasserkuppe (Rhön), am Kahlen Asten (Sauerland) und am Großen Arber (Bayerischer Wald) seien ebenfalls Flocken gefallen, die jedoch rasch wieder in Regen übergingen. "In Lagen oberhalb von 900 Metern ist auch am Freitag mit Schneeschauern zu rechnen", erklärt Dorothea Paetzold vom DWD.
"Den Mai wird man wohl abschreiben können", sagt ihr Kollege Uwe Kirsche. Den Wetterdaten zufolge hat Deutschland bisher noch nicht viel von der Maisonne gesehen. Das übliche Soll an Sonnenschein ist eine Woche vor Monatsende im Bundesdurchschnitt erst zur Hälfte erfüllt. Dafür seien jetzt schon 85 Prozent der sonst üblichen Regenmenge gefallen, so Kirsche. Der Monat werde vermutlich deutlich zu nass und zu trübe ausfallen, zumal keine Besserung zu erwarten sei.
"Das Temperaturniveau ist schon sehr niedrig für Ende Mai", sagt Paetzold. Dies sei aber nicht völlig unüblich, Frost im letzten Maidrittel habe es auch in anderen Jahren schon gegeben. Und an der Wetterlage dürfte sich in den kommenden Tagen nicht viel ändern: Dauerregen und niedrige Temperaturen. "Besonders regnerisch wird der Sonntag", sagt DWD-Meteorologe Helmut Malewski. Ein schwacher Trost: "Der Regen wird aber wärmer."