Schneechaos Tausend Menschen stecken im Zug fest
Wie das türkische Programm des Fernsehsenders CNN berichtete, kam der Zug mit den 1000 Passagieren aus Griechenland und war auf dem Weg nach Istanbul. Kurz bevor er sein Ziel erreichte, stoppten ihn die Schneemassen.
Über sein Handy schilderte ein Reisender dem Nachrichtensender NTV die Lage: "Im Zug werden die Nahrungsmittel knapp, und es gibt keine Heizung. Es sind viele Kinder an Bord, und die Menschen frieren sehr. Wir sind in einer elenden Verfassung." Die Bemühungen um die Bergung der Reisenden seien noch nicht beendet.
Auch in Nordgriechenland verursachte der Wintereinbruch ein Chaos. So saßen mehr als 100 Menschen rund 16 Stunden lang in einem Zug in klirrender Kälte fest. Die Rettungskräfte hatten wegen der Schneemassen nicht zu den Eingeschlossenen durchdringen können.
Der Schnee reicht bereits bis zum oberen Rand der Zugfenster, berichtete der griechische Rundfunk am Dienstagvormittag. Zwei Versuche waren gescheitert, die Eingeschlossenen auf dem Schienenweg zu befreien. Der Motor der Diesellok war ausgefallen, auch die Heizung des Zuges funktionierte nicht. Der Zug stand seit der Nacht auf freier Strecke nahe der Grenzstadt Didymoteichon im Länderdreieck Griechenland, Bulgarien, Türkei.
Erst gegen Mittag gelang es den Rettungskräften, zu dem Zug vorzudringen. Die Armee war mit gepanzerten Fahrzeugen und einem Transport-Hubschrauber vorgerückt, um die 116 Menschen - darunter auch sieben Kleinkinder - zu befreien. In der Region liegt eine drei Meter dicke Schneedecke. Es herrschen derzeit minus 10 Grad.
Insgesamt sollen in Nordgriechenland mehr als 500 Ortschaften von der Außenwelt völlig abgeschnitten sein. Am Montag waren alle Flughäfen in der Region geschlossen. Die Innenstadt Tessalonikis konnte nur mit Schneeketten befahren werden. Auch in der Hauptstadt Athen war Schnee gefallen.